Streng katholische Spanier klagen wegen Vagina-Umzug

Weil sie die Nachbildung einer zwei Meter hohen Vagina durch Sevilla getragen haben, müssen drei Spanierinnen vor Gericht. Sie hätten die katholischen Traditionen des Landes verhöhnt, so der Vorwurf. Die Frauen sagen stattdessen, sie hätten gegen Schwulenfeindlichkeit demonstriert.

 

Während des 1.-Mai-Umzugs 2014 nahmen die Frauen am Aufmarsch der Gewerkschaft teil. Der Richter wirft ihnen laut "Daily Mail" allerdings vor, dass die große Vagina zu sehr an die Marienstatuen erinnert, die am Karsamstag feierlich durch viele spanische Städte getragen werden.

Frauen trugen "religiöse Kleidung": Mantilla und Kapuzen

Die Polizei musste die Frauen anhand der damals mitgefilmten Video identifizieren. Besonders abgesehen hat es der Richter auf jene Teilnehmerinnen, die entweder eine Mantilla oder eine spitze Kapuze trugen. Die Mantilla, ein oft aus Spitze bestehendes Tuch, wird von streng religiösen Spanierinnen an hohen kirchlichen Festtagen getragen. Die spitzen Kapuzen, die Ausländer oft unangenehm an den Ku-Klux-Klan erinnern, werden von spanischen Männern bei den Oster-Prozessionen angezogen. 

Ihre "Prozession" nannten die Frauen "Santisimo Coño Insumiso" (gesegnete rebellische Vagina). Laut eigener Aussage sollte der Umzug ein Protest gegen Homophobie sein. 

Die Gewerkschaft distanziert sich von den Frauen. Gewerkschaftsvorsitzender Miguel Sevillano meinte, die Frauen hätten mit der Gewerkschaft CGT nichts zu tun, sondern würden stattdessen zu einer feministischen Gruppe gehören. 

Es ist übrigens nicht die erste Vagina-Prozession in Spanien. 2013 veranstalteten Feministinnen in Malaga am Welt-Frauen-Tag am 8. März etwas Ähnliches. 

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