Streunender Wolf lässt Politiker-Handy heiß laufen

In Salzburg haben Passanten Samstagfrüh einen Wolf in der Nähe eines großen Campingplatzes gesichtet. Die Verunsicherung ist groß.

Auf einem Radweg in der Nähe eines großen Campingplatzes versetzte am Samstagmorgen ein Wolf – ja, ein Wolf – die Passanten in Panik. Gesichtet wurde das Tier in Bruck an der Glocknerstraße (Pinzgau) von einem Landwirt und einem jungen Pärchen. 

Nur 20 Meter entfernt

Der Wolf spazierte den Augenzeugen zufolge auf dem Radweg in Richtung Kaprun. Sie zückten unverzüglich ihre Handys und fotografierten das Tier, welches vom Radweg über die Wiese in Richtung Berg hinauf gelaufen ist. Dort verschwand der Wolf dann im Wald. Das Paar beobachtete das Tier aus etwa 20 Metern Entfernung. Einer der Passanten schilderte: 

"Ich war schon öfters beim Jagen dabei und habe sofort gesehen, dass das kein Fuchs sein kann. Der Wolf war sehr nass, er hat sich dann auch in die Wiese gelegt und nach rechts und links geschaut."

Auch der Landwirt stellte schnell fest, um welches Tier es sich handelt, woraufhin er reagierte – er informierte die Bürgermeisterin Barbara Huber (ÖVP) über die Sichtung. Laut seinen Schilderungen lief der Wolf nur 150 Meter entfernt von seinem Hof vorbei. Das weckt Erinnerungen.

2015 Dutzende Schafe gerissen

Bereits vor einigen Jahren, 2015 um genau zu sein, verlor der Nebenerwerbsbauer einen Großteil seiner Schafe. Wie er gegenüber dem ORF schilderte, wurden damals mehr als die Hälfte seiner 200 Tiere auf der Alm gerissen.

"Wir sind dann mit den Tieren hinunter ins Tal (..). Es ist erschreckend, dass ein Wolf jetzt herunten im Tal gesichtet wurde. 2015 war er auf 2.000 Meter oben – also 'weit weg von uns', aber heute Früh war er nur 150 Meter von unserem Hof weg und das ist beunruhigend", zeigt sich der Landwirt besorgt.

Verunsicherung groß

Wie der ORF auf Anfrage in Erfahrung brachte, laufe das Telefon der Bürgermeisterin heiß. Dier Verunsicherung der Bürger sei in Bruck groß. "Seit der Früh rufen besorgte Bauern, Touristiker und Familien bei mir an und informieren sich. Wir warten jetzt die Entscheidung über das weitere Vorgehen der Behörde ab", so Bürgermeisterin Barbara Huber (ÖVP) gegenüber dem ORF.

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