Angst in Enns vor gefährlichem Feuerteufel

Drei Brandeinsätze innerhalb von nur drei Stunden. In Enns (OÖ) hat man Angst vor einem gefährlichen Feuerteufel. Spürhunde der Polizei schlugen vor Ort auf Brandbeschleuniger an.

Es ist schon mehr als ungewöhnlich, was sich am Sonntagabend zwischen 17.50 Und und 21.08 Uhr in Enns (Bez. Linz-Land) abspielte. Feuerwehr und Polizei wurden innerhalb dieser drei Stunden gleich zu drei Brandeinsätzen gerufen. Die Angst vor einem gefährlichen Feuerteufel ist groß.

Hier die Chronologie der Ereignisse:



-> Gegen 17.50 Uhrwurde beim Bahnhof Enns in der dortigen Unterführung ein Mistkübel in Brand gesteckt. Der Brand konnte durch die Feuerwehr Enns rasch gelöscht werden.

-> Gegen 19.15 Uhr wurde erneut die Polizei alarmiert – wegen eines Containerbrands in der Nähe des Bahnhofs in Enns. Am Einsatzort konnte von den Polizeibeamten und der Feuerwehr Enns allerdings kein Feuer festgestellt werden. Die Außenseite des Müllcontainers war aber stark verrußt. Offensichtlich war durch einen unbekannten Täter versucht worden, den Container in Brand zu setzen.

-> Um 21.08 Uhr dann die nächste Brandmeldung: Feuer in einer Lagerhalle in der Nähe des Ennser Bahnhofs. Beim Eintreffen der Polizeibeamten und der Feuerwehr stand die Lagerhalle bereits in Vollbrand.

"Als wir eintrafen, brannte die Halle bereits lichterloh. Alle drei Brandherde befinden sich im Umkreis von rund 200 Metern", so Alfred Stummer, Kommandant der Feuerwehr Enns, im "Heute"-Gespräch.

Lebensgefahr für Einsatzkräfte

Bei den folgenden Löscharbeiten kam es zu einer lebensgefährlichen Situation. Durch die starke Hitze wurde nämlich der Oberleitungsmasten (15.000 Volt) der angrenzenden Bahngleise der Westbahnstrecke stark beschädigt und drohte umzustürzen. Sofort wurde durch die ÖBB der Zugverkehr eingestellt. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet, die Stromleitung vom Netz genommen.

"Wir mussten unsere Arbeiten für rund zehn Minuten unterbrechen. Das wäre sonst viel zu gefährlich für uns geworden", so Stummer.

Nach Beseitigung der Gefahrenquelle konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Insgesamt waren 95 Einsatzkräfte mit 14 Fahrzeugen von sechs Feuerwehren vor Ort. Gegen 5.20 Uhr rückten mit den Helfern aus Enns die letzten Einsatzkräfte wieder ein.

Wegen der vorangegangen, zeitlich und örtlichen zusammenhängenden Brände wird in Richtung Brandstiftung ermittelt.

An der Lagerhalle entstand Totalschaden. Auch eine daneben auf den Gleisen abgestellte Lokomotive wurde durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen. "Die Lokomotive gehört nicht den ÖBB. Auch die Halle war nicht mehr in Betrieb, wurde an einen Sporthändler verpachtet. Deshalb können wir keine genaue Schadenssumme bekannt geben", so Karl Leitner, Pressesprecher der ÖBB.

Bis auf die Regionalstrecke zwischen St. Valentin und Ebelsberg ist der Zugverkehr nicht eingeschränkt. Der Fern- sowie der Güterverkehr sind ohne jegliche Einschränkungen unterwegs. Auf der Strecke zwischen St. Valentin und Ebelsberg wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. "Bis am Abend sollte auch diese Strecke wieder frei sein", so Leitner.

Brandbeschleuniger entdeckt

Beamte des Landeskriminalamtes OÖ nahmen in Zusammenarbeit mit den Beamten der Polizeiinspektion Enns den Tatort genau unter die Lupe.

Zudem kamen ein Brandmittelspürhund sowie die Polizeidrohne zum Einsatz. Aufgrund der Spurenlage und der Bestätigung durch den Brandmittelspürhund konnte laut Polizei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Verwendung eines Brandbeschleunigers festgestellt werden.

Die Sperre des Brandortes konnte inzwischen aufgehoben werden. Weitere Erhebungen zur Ausforschung der Täter werden durchgeführt, wie die Polizei in einer Aussendung mitteilt.

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