Politik

Stronach bleibt Parteichef, Entschuldigung bei Pröll

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:24

Frank Stronach äußerte sich am Sonntag im Ö3-"Frühstück bei mir" zu seinem bereits nach kurzer Zeit zurückgelegten Nationalratsmandat. Er habe in seinem Leben sehr viel gearbeitet und wolle jetzt "noch ein bisschen" leben und Zeit für seine Familie haben. Die Politik sei für ihn dennoch kein Spielzeug gewesen - er möchte den Parteivorsitz noch nicht zurücklegen. Die verbale Auseinandersetzung mit Erwin Pröll bereue er.

Frank Stronach äußerte sich am Sonntag im Ö3-"Frühstück bei mir" zu seinem bereits nach kurzer Zeit zurückgelegten Nationalratsmandat. Er habe in seinem Leben sehr viel gearbeitet und wolle jetzt "noch ein bisschen" leben und Zeit für seine Familie haben. Die Politik sei für ihn dennoch kein Spielzeug gewesen - er möchte den Parteivorsitz noch nicht zurücklegen. Die verbale Auseinandersetzung mit Erwin Pröll bereue er.

Im Gespräch mit Claudia Stöckl wirkte Stronach wesentlich entspannter als bei vorangegangenen Medienauftritten. Das Zurücklegen seines Mandats habe "ganz normale Gründe". "Ich habe ein gewisses Alter. Meine Enkeltochter ist zwanzig und in den nächsten paar Monaten wird sie bei mir in der Firma anfangen. Mein Enkelsohn ist zweiundzwanzig, der ist jetzt bei mir in der Firma. Es ist schön, wenn ich mit denen zusammenarbeiten kann", präsentierte sich der 81-Jährige als Familienmensch.

Rücktritt als Parteichef "früher oder später"

Als Spielzeug wollte er seinen erneuten Ausflug in die Politik nicht bezeichnen, dementsprechende Vorwürfe seien "so etwas Dummes". "Für mich war das sehr ernst. Ich könnte jetzt in Florida sitzen oder in Colorado skifahren. Für mich war das kein Spielzeug. So viel Geld ist doch kein Spielzeug." Als Parteichef werde er "früher oder später" zurücktreten, wenn seine Partei reif dafür ist, aber jedenfalls noch nicht jetzt.

Auf die Frage, ob er Betrug am Wähler begangen hat, entgegnete Stronach, er habe nie gesagt, dass er lange Mandatar bleiben wird. Von falschen Versprechen will er nichts wissen. Daher verzehrte er auch schnell sein Spiegelei. Von Moderatorin Stöckl darauf angesprochen, schulmeisterte er, es sei eine "falsche Ansage", wenn man in der Sendung nicht frühstücke.

Vom Team Stronach, wofür er als Synonym auf dem laufenden Band die Bezeichnung "junges Team" verwendete, wolle er nicht um jeden Preis Geld zurück. Nur wenn sich die Partei nicht an die Prinzipien halte, wolle er investiertes Geld - über die Höhe wollte er auch jetzt nicht sprechen - für Sozialwecke verwenden.

Stronach entschuldigt sich bei Pröll

Auch wenn Stronach seine politischen Aktivitäten verteidigte und auch Abtreibung und Berufskiller weiterhin in Zusammenhang brachte, zeigte er teilweise auch Einsicht. Der Gang der Partei in die Länder sei ein Fehler gewesen, hier sei auch ein Rückzug geplant. Auch die Kontroverse mit dem niederösterreichischen Landesfürsten Erwin Pröll bereue er. Er hatte diesen "Schmähtandler" und "Schuldenkaiser" genannt.

"Es würde mir leid tun, wenn ich persönlich geworden wäre. Ich habe nur das System angekreidet", rechtfertigte sich Stronach und schob das Missverständnis auf seine eingerosteten Deutsch-Kenntnisse. Dennoch gab er zu: "Ich glaube, von Zeit zu Zeit muss man sich immer selbst kritisch ansehen und sagen, das hätte ich vielleicht ein bisschen anders machen sollen."

Stronach ortet Imageschaden

Den Imageschaden durch sein Polit-Abenteuer sieht der Erfolgsunternehmer sehr wohl. Stronach zu Claudia Stöckl: "Bevor ich in die Politik gegangen bin hat sich jeder um meine Gunst beworben. Ich habe das goldene Ehrenzeichen und alles mögliche. Und jetzt auf einmal werde ich plötzlich überall schlecht gemacht. Aber ich bereue nichts. Ich hoffe, ich habe die Tür ein bisschen aufgemacht und ich hoffe, dass sich diese Ideen weiter verpflanzen werden."

Stronach: "Was ist Liebe? Was bleibt ist Respekt."

Schlussendlich nahm Stronach auch zu seinem Privatleben Stellung. Im Anschluss an die Frage nach seiner Ehe sinnierte der Austro-Kanadier über Liebe. "Was ist Liebe? Was bleibt, ist Respekt." Er habe nie ein böses Wort über seine Frau Elfriede gesagt. Würde sie krank werden, hätte sie immer einen "Freund". Auch der Satz "Sie ist die Mutter meiner Kinder" hörte sich nicht nach einem eindeutigen Liebesgeständnis an.

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