Mit Wissenschaft hat ein derzeit beliebter Lehrgang am FH Campus Wien wenig zutun. Dennoch schließt man die berufsbegleitende Ausbildung "Ganzheitliche Therapie und Salutogenese" nach vier Semestern mit einem "Master of Science" ab. Wie "Der Standard" berichtet, stößt das der ÖH nun sauer auf.
"Für uns stellt die Lehre am Stand der Wissenschaft einen unabdingbaren Bestandteil eines hochwertigen Studiums dar", erklärt Leokadia Grolmus, ÖH-Vorsitzende der FH Campus vom VSStÖ. "Studierende aus diesen Disziplinen fürchten nun, dass auch der Ruf ihres eigenen Studiums beschädigt wird", fürchtet sie.
Um 14.000 Euro werden in dem Esoterik-Lehrgang etwa Homöopathie, Ayurveda, Anthroposophie oder "Ausleitende und umstimmende Therapieverfahren" gelehrt. Auch die Vier-Säfte-Lehre, Klostermedizin und F.X.-Mayr-Kuren zählen hier zum Pflichtstoff, der den Abschluss eines wissenschaftlichen Studiums vermuten lässt.
Auch die Vortragenden hat sich "Der Standard" genauer angesehen: So unterrichtet hier etwa der Wiener Allgemeinmediziner Gerhard K., der u.a. auch einen Offenen Brief unterzeichnete, in dem 200 Mediziner die Corona-Impfung kritisierten.
Die Ärztekammer fördert die umstrittene Ausbildung, die auch 2022 wieder startet, denn "qualitätsgesicherte komplementäre Therapien können durchaus gute ergänzende Therapien sein", heißt es. Man wolle "fundierte und umfangreiche Fortbildungen in diesem Bereich anbieten, um genau die Grenzen und die möglichen Einsatzbereiche komplementär-medizinischer Ansätze zu kennen."