Studenten-Proteste gegen Scharia in Indonesien

Tausende Studenten protestieren in der indonesischen Hauptstadt Jakarta gegen die Verschärfung des Strafrechts in Richtung islamischer Scharia-Gesetzgebung.

Rund 3.000 Studenten haben am Dienstag vor dem indonesischen Parlament in der Hauptstadt Jakarta demonstriert. Die Studenten protestieren gegen eine geplante Verschärfung des Strafrechts. Diese sieht harte Strafen unter anderem für Sex vor der Ehe, Ehebruch und "Hexerei" vor.

Zudem sollen künftig auch Gefängnisstrafen möglich sein, wenn jemand den Präsidenten beleidigt. Die Studenten kritisieren die geplante Strafrechtsreform als autoritär und Hinwendung zur islamistischen Scharia.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Der Inselstaat hat mehr als 260 Millionen Einwohner, etwa 90 Prozent davon sind islamischen Glaubens.

Tränengas und Wasserwerfer

Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Nach Angaben des Polizeichefs wurden mindestens 254 Studenten mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Elf davon waren auch am Mittwoch noch in Behandlung. Die Zahl der verletzten Polizisten bezifferte der Polizeichef auf 39. Auch in anderen Städten kam es zu Protesten.

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