Welt

Studentin (24) besiegt Bakterien, die sie fraßen

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:24

Vor zwei Monaten erhielt die US-Studentin Aimee Copeland die Schock-Diagnose: Bei einem harmlosen Unfall hatte sie sich mit fleischfressenden Bakterien infiziert, die langsam ihren Körper auffraßen und ihre Gliedmaßen verwesen ließen. Nun hat die 24-Jährige den fast aussichtlosen Kampf gewonnen.

"Sie ist schon richtig aufgeregt", erklärt Aimees Vater dem Nachrichtensender ABC. Seine Tochter durfte nach ihrem Überlebenskampf nach zwei Monaten endlich das Krankenhaus verlassen. Ein Bein, einen Fuß, beide Hände und Teile ihrer Bauchdecke hat die Studentin an die Bakterien verloren, ihre Hoffnung auf eine Rückkehr in ein "normales" Leben aber nicht.

"Aimee muss ihre Selbständigkeit zurückgewinnen, um allein von ihrem Bett in den Rollstuhl zu kommen, unter die Dusche oder sonst an einen Ort im Haus. Ich weiss, dass sie irgendwann wieder ein normales Leben führen wird", erklärt ihr Vater. Nun wird Aimee in einer Reha-Klinik weiter behandelt, wie lange kann derzeit noch nicht gesagt werden.

"Aeromonas hydrophila"

Anfang Mai verletzte sich die 24-Jährige an einer Seilbahn am Tallapoosa-Fluss und zog sich eine blutende Wunde zu. Diese wurde zwar mit 22 Stichen genäht - was jedoch niemand ahnte: In der Wunde hatte sich das Bakterium Aeromonas hydrophila eingenistet. Eigentlich löst das Bakterium "nur" Durchfall und Übelkeit aus, in sehr seltenen Fällen - wie dem von Copeland - greift es aber Muskeln, Organe und Fett an.

Drei Tage nach dem Unfall entdeckten Ärzte, was sich Copeland eingefangen hatte. Doch die Krankheit hatte sich bereits durch den Körper gefressen und ließ ihn von innen verfaulen. Ihr linkes Bein musste sofort amputiert werden, doch die Krankheit fraß sich weiter durch den Körper der Studentin. Ärzte und Eltern waren fassunglos, Copelands Vater dokumentiert den Fall sogar in einem Internetblog.

In speziellem Sauerstoffzelt

Als Copeland nach der ersten Amputation erwachte, konnte sie bereits nicht mehr reden, weil sie beatmet werden musste. Die Zustimmung zu weiteren Operationen gab sie nickend, wobei sie weinte, berichtet ihr Vater. Daraufhin wurden der 24-Jährigen die Finger und ein Teil der Bauchdecke entfernt. Die Ärzte hofften darauf, dass ein spezielles Sauerstoffzelt der Krankheit Einhalt gebieten würde.

Die Hoffnung war vergebens. Copelands Hände, ein Bein und ihr zweiter Fuß mussten amputiert werden - sie stimmte den Operationen zu. "Der Doktor erklärte uns, dass ihr Körper mit jeder Faser versucht, sie zu heilen", klammerte sich ihr Vater Andy (53) an den letzten Grashalm. Schließlich die Erlösung: Die Amputationen befreiten Aimee von den teuflischen Bakterien.

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