Studie klärt auf: Darum bekommen wir eine Gänsehaut

Kurzfristig reagiert das sympathische Nervensystem auf Kälte mit einer Muskelkontraktion und Gänsehaut; langfristig mit einer Aktivierung der Haarfolikel-Stammzellen — und damit mit neuem Haarwachstum.
Kurzfristig reagiert das sympathische Nervensystem auf Kälte mit einer Muskelkontraktion und Gänsehaut; langfristig mit einer Aktivierung der Haarfolikel-Stammzellen — und damit mit neuem Haarwachstum.iStock
Ein Forschungsteam der Harvard University hat herausgefunden, welchen Nutzen es hat, dass Menschen Gänsehaut bekommen.

Kälte, Angst oder Freude –- all das kann zu Gänsehaut am menschlichen Körper führen. Wieso genau die Härchen in solchen Momenten zu Berge stehen, hat nun ein Forschungsteam der Harvard University an Hand von Zellprozessen untersucht. Laut der Studie, die im Fachmagazin "Cell" veröffentlicht wurde, besteht ein Zusammenhang zwischen Gänsehaut und dem Haarwachstum. Bei beiden Prozessen seien die gleichen Zelltypen beteiligt.

Bei kurzfristiger Kälte wird ein Muskel, der direkt unter der Haut sitzt aktiviert. Diese Muskelkontraktion führt dazu, dass sich Nerven, die zum sogenannten sympathischen Nervensystem gehören, mit den Stammzellen der Haarfolikel verbinden können. Es entsteht eine sogenannte Gänsehaut.

Langfristige Kälte lässt die Haare wachsen

Bei langfristiger Kälte werden die Haarfolikel-Stammzellen für das Wachstum angeregt. "Diese spezielle Reaktion ist eine Hilfe dabei, die Regeneration von Gewebe mit Bedingungen in der Außenwelt zu verknüpfen, wie zum Beispiel mit der Temperatur", sagt Yulia Shwartz, Mitautorin der Studie.

"Es ist eine doppelte Reaktion: Die Gänsehaut verschafft dem Körper bei Kälte kurzfristig eine Linderung. Hält die Kälte aber an, haben wir da einen tollen Mechanismus, durch den die Stammzellen verstehen: Es könnte an der Zeit sein, neues Haar wachsen zu lassen."

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