Studie: So viele Menschen sterben an Überarbeitung

Wer mehr als 55 Stunden pro Woche arbeitet, geht ein großes gesundheitliches Risiko ein.
Wer mehr als 55 Stunden pro Woche arbeitet, geht ein großes gesundheitliches Risiko ein.Tom Chance / Westend61 / picturedesk.com
Wer mehr als 55 Stunden pro Woche arbeitet, geht ein großes gesundheitliches Risiko ein. Mit fatalen Folgen.

Zu viel Arbeit kostet jährlich hunderttausende Menschenleben. Dies ergab eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Auftrag gegebene Studie. Hierzu wurden Umfragen zu Arbeitszeiten aus 154 Ländern ausgewertet. Die Daten wurden mit Studien über Schlaganfälle und Herzkrankheiten mit insgesamt 1,6 Millionen Teilnehmern abgeglichen.

Zu viel Arbeit macht krank

WHO und ILO gehen demnach davon aus, dass im Jahr 2016 weltweit rund 398.000 Menschen an Schlaganfällen und etwa 347.000 an koronarer Herzerkrankung starben, weil sie 55 Wochenstunden oder mehr gearbeitet hatten. Die Genfer UN-Behörden veröffentlichten am Montag erstmals globale Schätzungen zu diesem Problem.

 Durch kein anderes Gesundheitsrisiko am Arbeitsplatz gehen demnach so viele gesunde Lebensjahre verloren wie durch Überarbeitung.

Laut der Studie nahmen mit Arbeitsbezug zwischen 2000 und 2016 besonders tödliche Herzerkrankungen und Schlaganfälle deutlich zu.

 WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte indes, die Corona-Krise könnte diese Entwicklung zusätzlich verstärken. Denn: Im Homeoffice würden Arbeit und Freizeit häufig verschwimmen.

Denn: Im Homeoffice würden Arbeit und Freizeit häufig verschwimmen. Zudem erhöhten Stellenkürzungen die Belastung für die verbleibenden Mitarbeiter.

Ab 55 Wochenstunden steigt Risiko 

Vielerorts gelten 35 bis 40 Wochenstunden als Norm. Laut der aktuellen Analyse steigt ab 55 Stunden das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark an. Laut Forschern arbeiten knapp neun Prozent der Weltbevölkerung 55 Stunden oder gar mehr pro Woche.

Besonders in Ostasien, Südostasien, dem indischen Subkontinent sowie in einigen Ländern in Afrika und Südamerika ist das der Fall. Hier sind die Menschen besonders stark durch arbeitsbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen belastet. Das Hauptproblem hier: Viele Menschen haben weder geregelte Arbeitsverträge noch -zeiten.

 Im Gegensatz dazu sei die geringste Belastung in Nordamerika und Europa zu beobachten.

Hier ist der Arbeitnehmerschutz wesentlich stärker. "Diese Maßnahmen scheinen also wirklich zu funktionieren", so WHO-Experte und Hauptautor der Studie Frank Pega.

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