Die 32-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich ist eine Kernforderung des SPÖ-Chefs Andreas Babler. Er hält die Maßnahme trotz Personalmangels für machbar, wenn die Arbeitsbedingungen und damit die Einsatzbereitschaft der Werktätigen verbessert werden.
Auch Arbeiterkammer und Gewerkschaft wollen diese Forderung vorantreiben, "Heute" berichtete. In einer Zeit, in der die Digitalisierung noch nicht abgeschlossen und die Produktivität explodiert sei, lasse sich keine Gewerkschaft finden, die gegen eine Verkürzung der Arbeitszeit sei, betonte etwa ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian im Sommer.
Wie eine aktuelle IMAS-Umfrage zeigt, wünscht sich die Mehrheit der Österreicher und Österreicherinnen kürzere Arbeitszeiten. Konkret ergaben die Ergebnisse, dass Angestellte im Durschnitt 32,7 Stunden in der Woche an 4,3 Tagen arbeiten wollen. Nur 30 Prozent der Befragten möchten 35 Stunden plus in der Woche jobben.
Je nach Beschäftigungsgrad differiert die gewünschte Arbeitszeit: So möchten Österreicher und Österreicherinnen in Vollzeitbeschäftigung eine 35-Stunden-Woche, Teilzeitkräfte wollen am liebsten 26,5 Stunden pro Woche arbeiten.
78 Prozent gaben an, dass ihnen die Work-Life-Balance "sehr" oder "eher wichtig" ist. 35 Prozent können sich vorstellen, im Home Office zu arbeiten. Besonders hoch ist der Anteil in der Altersgruppe der 16- bis 34-Jährigen (57 Prozent).
"Die österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen kürzere Arbeitszeiten. Und sie haben sich eine Arbeitszeitverkürzung mehr als verdient", betont SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch anlässlich einer aktuellen Meinungsumfrage in einer Aussendung.
"Seit der letzten Arbeitszeitverkürzung sind rund 50 Jahre vergangen, während die Wirtschaft und ihre Profite gewachsen sind und die Produktivität enorm gestiegen ist. Doch auch der Druck auf die Beschäftigten ist gestiegen. Die Zeit ist mehr als reif für die nächste Arbeitszeitverkürzung", so Muchitsch weiter. Diese solle schrittweise nach dem Vorbild der letzten Arbeitszeitverkürzung der 1970er Jahre eingeführt werden.
Einige Unternehmen haben die Arbeitszeit bei gleichem Lohn bereits verkürzt: "Die Vorteile liegen auf der Hand: Verkürzte Arbeitszeiten reduzieren Krankenstände und steigern die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen", so der Abgeordnete.