"Es gibt keinen direkten Kampf gegen den globalen Spieler Facebook mehr", sagt StudiVZ-Boss Clemens Riedl dem Handelsblatt. Die VZ-Netze wollten sich künftig in einer Marktnische positionieren - und starten in Kürze mit einem Telefondienst.
Seit Februar 2010 leitet der gebürtige Österreicher Clemens Riedl die "VZnet Netzwerke Ltd." - das Dachunternehmen zu StudiVZ. Gegenüber dem deutschen Handelsblatt zog er eine erste Bilanz seiner bisherigen Amtszeit.
Einerseits führte er den Konzern in die Gewinnzone. Das vom Unternehmen im Jahr 2009 festgelegte Ziel, bei Sozialen Netzwerken zur Nummer eins in Deutschland zu werden, musste allerdings ad acta gelegt werden - in Riedls Worten: "Es gibt keinen direkten Kampf gegen den globalen Spieler Facebook mehr."
Mehr Mitglieder als Facebook
Die nackten Zahlen zeigen, warum die zum Holtzbrinck-Verlag gehörende Kommunikationsplattform sich in Zukunft "auf eine Nische" beschränken will, wie Riedl sagt. 17 Millionen Mitglieder hatte StudiVZ im Juli 2010. Facebook brachte es zu dieser Zeit zwar nur auf etwas mehr als zehn Millionen Mitglieder - zählt aber laut Googles AdPlanner mit 21 Millionen mehr deutsche Besucher im Monat als die VZ-Netze (11,4 Millionen).
Telefondienst startet
Manager Riedl verspricht, dass 2011 die Nutzer "wieder stärker im Mittelpunkt stehen". Dazu passend kündigte er im Handelsblatt den Start eines Online-Telefondiensts an. Riedl: "Bei uns geht es um intensive Kommunikation für junge Leute in Deutschland. Als ersten Schritt starten wir in Kürze einen kostenlosen, virtuellen Telefondienst ähnlich wie bei Skype über unsere Plattformen."