Dabei war die Tirolerin als gefährliche Außenseiterin ins Rennen gegangen. Und ließ Österreichs Sportfans sogar kurzfristig vom ersten Edelmetall am ersten Wettkampftag der Spiele in Paris träumen. Am Ende reichte es für den zehnten Rang (+2:13,78 Minuten).
Gold ging an die Australierin Grace Brown. Die 32-Jährige legte eine Traumfahrt hin, ließ sich vom Regen nicht beeindrucken. Obwohl Brown hinter Schweinsteiger gestartet war, kam die Olympiasiegerin vor der Österreicherin ins Ziel. Silber holte die Britin Anna Henderson (+1:31,59 Minuten), mit 1:32.46 holte die US-Amerikanerin Chloe Dygert Bronze.
Im 32,4 Kilometer langen Einzelzeitfahren im Nieselregen der französischen Hauptstadt lag Schweinberger bei der ersten Zwischenzeit auf dem vierten Rang, in Schlagdistanz zu den Medaillenrängen. Doch danach kam der Einbruch. Schweinberger verlor bis zur zweiten Zwischenzeit rund eine Minute, schien abseits der TV-Kameras zu Sturz gekommen zu sein – wie so viele andere Top-Fahrerinnen. Ein Sturz nach der zweiten Zwischenzeit ließ dann endgültig den Medaillentraum platzen. Letztendlich fehlten 40 Sekunden auf das Stockerl.
Der Stern der nun 27-Jährigen ging erst vor einem Jahr so richtig auf, als Schweinberger bei der Weltmeisterschaft ebenfalls im Einzelzeitfahren zur Bronzemedaille fuhr. Nach dem Rennen konnte Schweinberger die Tränen im Interview nicht zurückhalten: "Es tut mir leid, dass ich meine Familie enttäuscht habe."
Anna Kiesenhofer, der Sensations-Olympiasiegerin im Straßenrennen vor drei Jahren in Tokio, gelang nur ein verpatztes Rennen, sie wurde 33., 6:50,64 Minuten hinter der Bestzeit.