Stupa-Areal soll für Ausflügler attraktiver werden

Stupa bei Grafenwörth
Stupa bei GrafenwörthGemeinde/Erläuterungsbericht
300 Quadratmeter sollen umgewidmet, eine Art beheiztes Kellerstöckl errichtet werden. Die FP kritisiert die Pläne scharf. 

Ruhig war es zuletzt um das zu Beginn umstrittene Stupa-Gebäude am Wagram geworden, jetzt schlagen neue Pläne neue Wellen.

Rückblick: Am 1. Oktober 2015 war am Wagram im Westen der Katastralgemeinden Feuersbrunn nahe Grafenwörth (Tulln) ein sakrales Gebäude, ein Stupa, baubewilligt worden, das 2019 schließlich fertiggestellt wurde.

"Im Jahr 2016 wurde das NÖ Raumordnungsgesetz dahingehend konkretisiert, dass „Die Errichtung von … Kapellen und andere Sakralbauten bis zu den maximalen Abmessungen 3 m Länge, 3 m Breite und 6 m Höhe, … in allen Grünlandwidmungsarten bewilligt werden“ darf. Folglich sind bewilligungspflichtige Änderungen am bestehenden Bauwerk oder bewilligungspflichtige bauliche Ergänzungen zum Stupa nicht mehr bewilligungsfähig. Zur Anpassung des Baubestandes an die Rechtslage ist entweder die Ausweisung des Stupa als „erhaltenswertes Gebäude im Grünland“ oder die Umwidmung in Bauland notwendig", heißt es nun im sogenannten Erläuterungsbericht der Marktgemeinde Grafenwörth.

Widmung als Bauland-Sondergebiet

Im Zuge der 40. Änderung des örtlichen Raumordnungsprogrammes soll die mit dem Stupa bebaute Fläche und eine Fläche von etwa 300 Quadratmetern im Nahbereich dieses Objekts als Bauland-Sondergebiet mit dem Zusatz „religiöse Einrichtung“ gewidmet werden. Mit der Baulandfläche im Nahbereich des Stupa werde das Ziel verfolgt, "die Betreuung des Stupa als Ausflugsziel und Pilgerstätte zu optimieren. Der Stupa ist unbeheizt und steht von Frühling bis Herbst für BesucherInnen offen. Die BetreuerInnen des Stupa benötigen einen beheizbaren Raum in unmittelbarer Nähe des Stupa. Weiters soll der für das Bauland-Sondergebiet notwendige Anschluss an das öffentliche Gut als Verkehrsfläche-privat gewidmet werden. Die ergänzende Widmung Grünland Grüngürtel Böschungsgrün soll die Erhaltung der begrünten Böschungen sichern".

Bis zu 200 Besucher täglich an Wochenenden

Laut dem Bericht wird von Frühjahr bis Herbst mit 100 bis 200 Besuchern pro Tag an Wochenenden und 30 bis 50 Besuchern pro Tag unter der Woche gerechnet.

Der Stupa sei mittlerweile ein beliebtes Ausflugsziel und Ziel von Spaziergängern und Radfahrern aus der Umgebung. Es liege im öffentlichen Interesse der Gemeinde, dass der Stupa auch zukünftig zwischen Frühjahr und Herbst öffentlich zugänglich ist.

"Dies erfordert eine personelle Betreuung. Der Stupa ist nicht beheizbar, daher soll in unmittelbarer Nähe des Stupa eine Möglichkeit zum Aufenthalt der BetreuerInnen der BesucherInnen des Stupa geschaffen werden. Die gewählte Widmung Bauland-Sondergebiet mit dem Zusatz „religiöse Einrichtung“ schränkt die Nutzungsmöglichkeiten der Fläche ein: aus dem Zusatz ist die Notwendigkeit einer Wohnnutzung nicht abzuleiten. Die Widmung Verkehrsfläche privat wird mit dem Erfordernis der Erschließung von Bauland-Sondergebiet durch zumindest eine funktionsgerechte private Verkehrsfläche begründet", heißt es in dem Bericht weiter.

Kritik der FP

Die FP kritisiert die Pläne, der Grafenwörther Gemeinderat sowie der Gemeindevorstand sei mit dem Thema noch gar nicht befasst worden. „Die ÖVP zerstört den Wagram. Die geplante Umwidmung neben dem Stupa-Monsterbauwerk in Bauland Sondergebiet würde den Wagram weiter zerstören. Diese Überheblichkeit der ÖVP grenzt an Größenwahn“, ärgert sich FP-Bezirksobmann Andreas Bors. Die örtliche Bürgerliste soll sogar rechtliche Schritte gegen die Pläne in Betracht ziehen.

Es gehe nur um Nebenanlagen und eine Art Kellerstöckl mit Toilettenanlagen, so Bürgermeister Alfred Riedl (VP). Die Vorgehensweise sei mit dem Land abgestimmt. Die Änderung des örtlichen Raumordnungsprogramms soll in der nächsten Gemeinderatssitzung beschlossen werden. Riedl ist der Meinung, dass sich der Stupa "insgesamt ganz toll entwickelt" habe.

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