Die Vergabe des Kredits in der Höhe von zwei Mio. Euro an die Fluglinie Styrian Spirit im Jahr 2005 ist unüblich gewesen. Das haben Zeugen beim Untreueprozess gegen die drei Ex-Manager der Hypo Alpe-Adria-Bank, Wolfgang Kulterer, Gert Xander und Albin Ruhdorfer, am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt ausgesagt.
An diesem Prozesstag wurden in erster Linie allgemeine Bedingungen zur Kreditvergabe erörtert. Richter Christian Liebhauser-Karl wollte Details über die Handhabe von Kredithandbüchern und somit über die Vergabe von Darlehen wissen.
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Zeugen bestätigen Unüblichkeit
Im Zeugenstand waren Mitarbeiter der Hypo. Sie sagten unter anderem aus, solche Kreditanträge beziehungsweise Bewilligungen, wie sie für die Darlehensvergabe an die Styrian Spiri gewählt wurden, in ihrer langjährigen Tätigkeit und ihrem Tätigkeitsbereich nie gesehen zu haben. Der Kredit von zweimal einer Mio. Euro wurde in Form eines Aktenvermerks beantragt und bewilligt.
Der Richter wollte auch wissen, ob Kreditanträge, die in die Pouvoir-Ordnung eines Mitarbeiters fielen, öfter auch von der nächsten Ebene, wie beispielsweise dem Vorstand, unterzeichnet würden, wie es bei dem Kredit am die Styrian Spirit der Fall war. Das wurde von den Zeugen verneint. Den Kreditvertrag-Aktenvermerk hatten für die erste Tranche auch der damalige Vorstandsdirektor der Hypo Österreich, Xander, und bei der zweiten Tranche zusätzlich der damalige Aufsichtsrats-Vorsitzende der Hypo Österreich und Vorstand der Hypo International, Kulterer, unterschrieben.
Ein Zeuge erklärte, solche Kreditanträge seien nur dann dem Vorstand vorgelegt worden, wenn die Auflagen kaum erfüllbar gewesen wären. Dieser Mitarbeiter sagte auch, dass bei einer Beurteilung der Unterlagen für ein Darlehen die Businesspläne, die etwas über den Cashflow und damit über die Rückzahlungskraft eines Unternehmens aussagten, wichtiger gewesen seien als die Vergangenheit.
Urteil möglicherweise schon kommende Woche
Die Hauptverhandlung wird kommende Woche Dienstag mit der Einvernahme weiterer Zeugen fortgesetzt. Am Donnerstag soll dann das Gutachten erörtert werden. Möglicherweise gibt es da auch schon ein Urteil.