Wirtschaft

Suche nach Top-Job immer schwerer

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:21

Die Suche nach einem tollen Job gestaltet sich für viele Menschen immer schwerer. Oftmals sind die wenigen offenen Stellen schlecht bezahlt. Zudem zurren immer mehr Firmen angehende Mitarbeiter mit sogenannten All-In-Verträgen gehörig fest.

gestaltet sich für viele Menschen immer schwerer. Oftmals werden die wenigen offenen Stellen schlecht bezahlt. Zudem zurren immer mehr Firmen angehende Mitarbeiter mit sogenannten All-In-Verträgen gehörig fest.

Mit 65.000 offenen Stellen im Jahresschnitt 2013 hat es im Vorjahr um 6,5 Prozent oder 4.500 deutlich weniger von Unternehmen gemeldete offene Stellen gegeben als 2012. 60 Prozent waren auch dem AMS gemeldet, teilte die Statistik Austria zuletzt mit. Schon von 2011 auf 2012 waren die offenen Stellen von 73.800 auf 69.500 gesunken.

Auch Gehälter sinken

80 Prozent der 2013 ausgeschriebenen offenen Stellen waren Vollzeitposten. Am stärksten gesucht wurden Dienstleistungsmitarbeiter, wie etwa für den Verkauf (30 Prozent), gefolgt von Technikern (19 Prozent) und Handwerksberufen (14 Prozent). Allerdings lag das laut Statistik Austria voraussichtliche monatliche Bruttoeinkommen bei 55 Prozent der angebotenen offenen Stellen bei weniger als 1.700 Euro brutto. Und das frustriert viele Menschen in Österreich.

Mitarbeiter müssen mehr leisten

Dazu dominieren derzeit - - All-In-Verträge den Markt. Bei solchen Verträgen sind zumeist alle Überstunden bereits abgegolten und werden nicht mehr extra ausbezahlt. Unternehmen sparen sich hier jede Menge Geld. Die Mitarbeiter müssen jedoch immer mehr leisten. Der Arbeiterkammer liegen immer mehr Beschwerden diesbezüglich vor.

Probleme mit den Überstunden

Ausgangspunkt für derartige Verträge waren einst gut Verdienende wie Top-Manager und leitende Angestellte. Mittlerweile werden Angestellte auch in vielen anderen Einkommensschichten mit All-in-Verträgen gegeißelt. Das größte Problem bei All-In-Verträgen besteht darin, dass die verhandelte Gesamtsumme den Anschein erweckt, ein angemessenes Gehalt zu verdienen. Allerdings reduziert sich der tatsächliche Stundensatz, je mehr Überstunden geleistet werden. Deshalb sind jene Verträge wenig transparent.

Bei einer vereinbarten Überstundenpauschale ist im Unterschied dazu klar, wie hoch der Grundgehalt für die Normalarbeitszeit ist und welcher Geldbetrag für die Überstunden festgelegt ist bzw. wie viele Überstunden mit der sogenannten Überstundenpauschale abgedeckt sind. Oftmals werden Überstunden auch eher mit Zeitausgleich, als finanziell abgegolten.

Mehr Transparenz gefordert

Zumindest wurde die Forderung der Arbeiterkammer nach mehr Transparenz bei All-In-Verträgen im neuen Regierungsprogramm berücksichtigt. Es soll eine Verpflichtung zur ziffernmäßigen Ausweisung des Grundlohnes geben, wenn dieser Verpflichtung nicht nachgekommen wird, dann wird automatisch ein angemessener Ist-Lohn gelten.

68 Millionen unbezahlte Überstunden

Laut einer Wifo-Studie leisteten Österreicher im Jahr 2012 68 Millionen unbezahlte Überstunden. Das entspricht ungefähr 1,2 Prozent des erbrachten Arbeitsvolumens des Landes. Als kritisch gilt ein Wert von 55 Stunden pro Woche. Denn das Ganze führt auch zu körperlichen Beschwerden und Schlafmangel.

Unternehmen sparen sich mit All-In-Vereinbarungen am Ende auch abgabenrechtliche Forderungen. Als Arbeitnehmer hat man im Streitfall und bei unterschriebener Arbeitsvereinbarung nur wenige Möglichkeiten, die Situation zu ändern.

Verträge genau prüfen

Generell kann man sich vor Irrtümern schützen, indem All-In-Verträge im Vorhinein genau überprüft werden. Gibt es eine getrennte Auflistung des Mindestgehalts ohne Überstunden? Gibt es eine Erwähnung der tatsächlichen Arbeitszeit? Wird angegeben, was im All-In-Vertrag genau enthalten ist? Gibt es eine Klausel, die die jährliche Gehaltserhöhung bereits im Vorhinein regelt?

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