Die Drogen-Szene hat sich erneut verlagert. Teile der Problemgruppen von Hessenpark und Südbahnhofmarkt sind jetzt am OK-Platz. Eine "Ersatzfläche" soll jetzt Abhilfe schaffen.
Es geht um den (rot markierten) Bereich im Bergschlössl-Park, an der Ecke Ziegeleistraße und Waldeggstraße. Die Fläche gehört der Stadt Linz. Hier sollen ab jetzt Suchtkranke, die zusätzlich unter psychischen Erkrankungen leiden und deshalb besonders auffällig wurden, einen eigenen Platz finden.
Es gehe dabei um eine Gruppe von zehn bis fünfzehn Personen, die teilweise vom Südbahnhofmarkt zum OK-Platz abgewandert war, so Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) in der Pressekonferenz, Donnerstagvormittag.
Baier gegen Standort
Sozialarbeiter des Vereins B37 sollen den überwiegend Alkoholkranken die neue Ausweichfläche schmackhaft machen.
"Es könnte gelingen, oder eben auch nicht. Es ist ein Versuch, der zeigen wird, ob das Angebot angenommen wird", sagt Luger.
Ähnlich sieht das der neue Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ), der, wie Luger, die Kritik von Vizebürgermeister Bernhard Baier nicht nachvollziehen kann. Baier ist der Park zu schlecht einsehbar. "Durch die dichte, schöne Bepflanzung sei er völlig ungeeignet, um Kontrollen durchzuführen und den Überblick über diese Personengruppe zu behalten." Außerdem ist der Park zu nah am Bahnhof, der nach wie vor schwieriges Klientel beheimatet.
Streetworker und Polizei weiter im Einsatz
Eine Ausweichfläche am Stadtrand würde von Suchtkranken meist nicht angenommen werden. Aufgrund der guten Lage sei außerdem garantiert, dass Anrainer nicht gestört werden würden, so Luger.
Sozialarbeiter und Polizei werden in den nächsten Monaten die Situation beobachten. Wenn sich der neue Standort durchsetzt, werde man über "feste Einrichtungen" wie etwa WC-Anlagen nachdenken, so Sozialreferentin und Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.
(cru)