Die Schwedenbombe tickt: Donnerstag läuft der Countdown für den Wiener Süßwarenfabrikanten Niemetz endgültig ab. Dann entscheidet sich, ob das insolvente Unternehmen dank externer Beteiligung weiter bestehen bleiben kann oder verkauft werden muss. Am frühen Nachmittag werden die Gläubiger darüber abstimmen. Als potenzieller Retter gilt Investor Erhard Grossnigg bzw. seine Austro-Holding. Parallel wird noch mit Kaufinteressenten verhandelt, die bereits verbindliche Angebote gelegt haben.
Die Schwedenbombe tickte, wurde aber in letzter Minute gerettet. Die Gläubiger der Wiener Süßwarenfabrikanten Niemetz stimmten einer Sanierung mit 95 Prozent Barquote zu. Das insolvente Unternehmen kann dank externer Beteiligung weiter bestehen bleiben.
Schaffen will Niemetz die Sanierung mit einem Investor aus Südamerika. Das Geld - mehr als 4,1 Mio. Euro - muss nun bis 21. Mai beim Masseverwalter eingelangt sein. Nähere Details über den Geldgeber, von dem bisher nicht die Rede war, waren den Gläubigervertretern zunächst nicht bekannt.
Die Gläubigervertreter stimmten bei der Sanierungsplantagsatzung jedoch einer Fristverlängerung zu. Grossnigg hatte nämlich zuvor - gewissermaßen in letzter Minute - Interesse an einer Beteiligung am Traditionsbetrieb bekundet und den Gläubigern eine 75-Prozent-Barquote in Aussicht gestellt, sich allerdings noch etwas Zeit für die Kapitalaufbringung erbeten.
Dienstag ist Deadline
Mit der Annahme des Sanierungsplans mit einer Barquote von 95 Prozent ist die Rettung des Schwedenbombenfabrikanten nun deutlich wahrscheinlicher. Doch sollten die angebotenen mehr als 4,1 Mio. Euro bis nächsten Dienstag, 21. Mai, nicht auf dem Treuhandkonto von Masseverwalter Stephan Riel sein, wird sofort der Verkauf gestartet. Dann hätte wohl der Tiroler Lebensmittelgroßhändler Interfood die besten Karten, so die Creditreform am Donnerstag in einer Aussendung.
Vorerst zeigten sich die Gläubiger aber hoffnungsfroh, dass die Gesellschafter die nötige Summe auftreiben können.
Sollte die Sanierung doch platzen, haben die Gesellschafter einem sofortigen Verkauf des Unternehmens zugestimmt. Die größten Chancen für den Zuschlag werden dabei dem in Hall in Tirol angesiedelten Lebensmittelgroßhändler Interfood eingeräumt. Das Unternehmen war bisher Höchstbieter im Fall einer Veräußerung und hatte ein verbindliches Angebot von 3,6 Mio. Euro gelegt. Der Betrag könnte aber auch noch nachgebessert werden, hieß es zuletzt.