Park Geun-hye wurde in Seoul wegen 21 verschiedener Vergehen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt – darunter Korruption, Amtsmissbrauch und Nötigung.
Im März des Vorjahres wurde Park Geun-hye ihres Amts enthoben und seit dem in Untersuchungshaft, jetzt wurde sie zu 24 Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar 30 Jahre und rund 90 Millionen Euro Strafe gefordert.
Park wurde vorgeworfen mit ihrer langjährigen Freundin Choi Soon-sil Bestechungsgelder von südkoreanischen Konzern, darunter etwa Samsung, angenommen zu haben. Dafür gab es im Gegenzug für die Unternehmen hilfreiche Verordnungen und Gesetze. Insgesamt sollen sich die beiden mindestens 28 Millionen Euro zahlen haben lassen. Außerdem habe Park vertrauliche Informationen weitergegeben, so die Anklage. Der Prozess gegen sie wurde sogar im Fernsehen übertragen.
Die Ex-Präsidentin bestreitet alle Vorwürfe, entschuldigte sich aber dafür, dass sie sich von Choi beeinflussen ließ. US-Diplomaten hatten in einem Memo festgehalten, dass Choi "vollständige Kontrolle über Parks Körper und Seele während ihrer prägenden Jahre hatte".
Choi, die Tochter eines Pastors, wurde bereits im Februar zu 20 Jahren Haft verurteilt; der Samsung-Vorsitzende Lee Jae-yong fasste fünf Jahre aus. Milliardär Shin Dong-bin, Chef des im Einzelhandel tätigen Lotte-Konzerns, muss für 30 Monate in Haft.
"Problematische" Staatschefs
Park, die 2013 an die Macht gekommen war, ist die Tochter von Park Chung-hee, der als Diktator das Land von 1969 bis zu seiner Ermordung 1979 geführt hatte. Erst vor zwei Wochen wurde ihr Vorgänger Lee Myung-bak (2008-2013 im Amt) festgenommen – auch ihm wird Korruption, Steuerhinterziehung und Veruntreuung festgenommen. Gegen den Präsidenten vor ihm, Roh Moo-hyun (2003-2008) wurde ebenfalls wegen Korruption ermittelt, als er 2009 Selbstmord beging. (red)