Südkoreas Ex-Präsidentin Park Geun Hye ist kaum aus dem Amt ausgeschieden, schon hat sie die Justiz am Hals. Für ihre angebliche Rolle in einem Korruptionsskandal wurde sie am Donnerstag verhaftet.
Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Amtsmissbrauch, Nötigung, Bestechlichkeit und Weitergabe vertraulicher Informationen. Bis zu 20 Tage kann Park nun in Haft gehalten werden, dann muss die Anklage stehen. Bei einer Verurteilung vor Gericht droht eine bis zu zehnjährige Haftstrafe.
Erst vor drei Wochen wurde Park ihres Amtes enthoben. Öffentlich hat sich die 65-Jährige mehrmals entschuldigt, aber nie ein Fehlverhalten bei sich selbst gesehen. Tatsächlich sitzt ihre engste Vertraute Choi Soon Sil bereits im Gefängnis. Sie soll ihre Beziehung zur Präsidentin ausgenutzt haben, um sich persönlich zu bereichern und Millionenspenden an Großkonzerne und Stiftungen weiterzugeben.
Park soll Firmen wie Hyundai und Posco unter Druck gesetzt haben, damit diese Aufträge an mit Choi vertraute Firmen und Personen vergeben. Der Technik-Riese Samsung wird ebenfalls untersucht, weil zwei Manager Chois Tochter begünstigt haben sollen.
Nicht zuletzt steht Park unter dem Verdacht, ihrer Freundin Choi erlaubt zu haben, sich in Regierungsgeschäfte einzumischen. Die Ex-Präsidentin bestreitet das, Choi habe ihre Freundschaft ausgenutzt. Die Ermittler wollen jedoch zahlreiche Beweise gegen Park haben.