Südkorea wird von zweiter Coronavirus-Welle erfasst

Südkorea wird gerade von einer zweiten Welle überrascht.
Südkorea wird gerade von einer zweiten Welle überrascht.istock
Südkorea, das gelobte Musterbeispiel in der Krise, wappnet sich mit neuen Maßnahmen, sollten die Infektionszahlen noch weiter steigen.

Südkorea war nach China einer der ersten Infektionsherde. Das Land galt mit seinen Methoden der Nachverfolgungs- und Teststrategie für viele Nationen als beispiehaft reagierend im Umgang mit dem Coronavirus. Nun ereilt die asiatische Nation gerade eine zweite Infektionswelle, wie die südkoreanische Gesundheitsbehörde KCDC am Montag, dem 22. Juni 2020 mitteilte.

Diese kommt überraschend. Mit einem erneuten Ausbruch wurde erst zu einem späteren Zeitpunkt gerechnet. „Wir hatten ursprünglich prognostiziert, dass die zweite Welle im Herbst oder Winter ausbricht“, zitiert die Nachrichtenagentur Yonhap Jeong Eun-kyeong, Direktorin der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention in Seoul gegenüber Reuters. „Unsere Prognose erwies sich als falsch. So lange Menschen engen Kontakt zu anderen haben, glauben wir, dass die Infektionen weiter anhalten werden.“

Zweite Welle in der Hauptstadt

Schwerpunkt sei laut der Wissenschaftlerin die Hauptstadt und die Umgebung, wo die Hälfte der südkoreanischen Bevölkerung (Einwohnerzahl Südkorea gesamt: 51,6 Millionen Einwohner) lebt. Der Bürgermeister von Seoul Park Won-soon sieht den Zusammenhang der steigenden Infektionszahlen vor allem in der vermehrten Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Jeong datiert den Anfang der zweiten Welle im Mai beginnend mit den Lockerungen der Maßnahmen. „Die erste Welle ging von März bis April sowie von Februar bis März“, sagte er am 22. Juni 2020. „Und wir sehen, dass die zweite Welle, die durch die Ferien im Mai verursacht wurde, andauert“, sagte die Direktorin. Ende Mai war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Daraufhin wurden zwei Wochen sämtliche Museen und Parks geschlossen und frühere Restriktionen teilweise wieder eingeführt.

Am Samstag wurden 67 Neuinfektionen, am Sonntag 48 weitere und am Montag 17 neue Corona-Fälle registriert. Strengere Maßnahmen in Seoul sind möglich, wie der Bürgermeister ankündigte. Sollte in den kommenden Tagen die Anzahl der Fälle 30 pro Tag überschreiten und die Betten in Krankenhäusern zu 70 Prozent ausgelastet sein, würde man die Corona-Maßnahmen dort wieder einführen. Bei Hitze sollte es jedoch erlaubt sein, die Masken wegzulassen, solange der Abstand von zwei Metern eingehalten würde. Der südkoreanische Präsident Moon Jae In sagte, er sei "zuversichtlich", dass das Virus "immer noch kontrolliert werden kann".

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