Sie tauchen in Gemeindebauten, auf Gehwegen und manchmal sogar an den unmöglichsten Orten wieder auf. Der Einkaufswagerl-Diebstahl ist in Transdanubien zu einem richtigen Problem für die dort ansässigen Supermärkte geworden.
"Seit November 2019 haben wir leider feststellen müssen, dass an unserem Standort am Haspingerplatz in Wien-Floridsdorf immer wieder Einkaufswagerl verschwinden und dann im Tagesgeschäft fehlen", beklagt Spar-Sprecherin Nicole Berkmann am Freitag gegenüber der "Krone".
Den kleptomanischen Kunden will der Supermarktriese nun mit Hightech beikommen. "Wir haben nun ein System in Betrieb, das die Räder der Einkaufswagen blockieren lässt, sobald der Parkplatz damit verlassen wird", erklärt Berkmann weiter.
Es handelt sich dabei um eine Wegfahrsperre, die ähnlich wie die Induktionsschleifen für die Begrenzung von Rasenmährobotern funktioniert. Sobald ein Einkaufswagerl über die Grenze des Filialgeländes geschoben wird, heißt es Ende Gelände. Die Räder blockieren durch ein elektrisches Signal, eine Weiterfahrt wird unmöglich.
Ein funktionsgleiches System kommt schon seit Jahren auch bei Problemfilialen des deutschen Diskonters Aldi-Süd zum Einsatz. Dort können die Räder der Wagerl erst wieder entsperrt werden, wenn sie den Teppich im Eingangsbereich passieren. Wie das geht, zeigt der Sender SAT.1 in diesem Video:
Bei der österreichischen Tochter Hofer kennt man das Problem auch. Auf "Heute"-Anfrage ließ der Diskonter wissen: "Einkaufswägen werden bei Hofer nur sehr selten nicht mehr zurückgebracht. In Gegenden, in denen Einkaufswägen häufig nicht zurückgebracht werden, setzt Hofer punktuell ein spezielles Technik-System ein, um Einkaufswägen zu sichern."
Dort, wo die Induktionsschleifen installiert wurden, habe der Verlust von Einkaufswagen "bereits spürbar eingedämmt" werden können.