Antonia I. (Name geändert) bestellt ihren Wocheneinkauf im Supermarkt immer online. Die 75-jährige Wienerin ist zu Fuß nicht mobil genug und lässt sich das Essen lieber direkt nach Hause liefern. Am vergangenen Dienstag wartete sie gegen Mittag daheim in Wien-Döbling auf ihre Bestellung. Doch der Lieferant brachte nicht nur Lebensmittel mit, sondern auch gleich jede Menge Probleme.
Erst behauptete er, es gäbe Schwierigkeiten mit der Liefernummer. Er verschaffte sich Zutritt zur Wohnung von Antonia I. und wollte wissen, wo ihr Computer steht und ob sie mit Bargeld bezahlt hatte. Der Supermarkt-Mitarbeiter verlangte dann auch, einen alten Lieferschein zum Vergleich anzusehen. Als die Seniorin die Rechnung suchen ging, nutzte er die Gunst der Stunde und schnappte sich ihre Ohrringe, die auf einer Kommode lagen.
Antonia I. merkte zu spät, als der Lieferant bereits weg war, dass auch ihr Schmuck gestohlen wurde. Aus Sorge um eine mögliche harsche Reaktion des Mannes, zeigte sie den Diebstahl nicht an. Das Geschmeide ist alter Modeschmuck, der jedoch sehr wertvoll aussieht.
Auf "Heute"-Anfrage heißt es von einem Sprecher des Supermarkts: "Uns liegt eine Kundenbeschwerde vor, in der sich eine Kundin über das Verhalten eines Online-Zustellers beschwert und bittet, für zukünftige Lieferungen ihrer Bestellungen im Onlineshop einen anderen Fahrer zugewiesen zu bekommen. Wir haben diese Beschwerde umgehend an unseren Logistik-Dienstleister weitergegeben und werden dem Wunsch selbstverständlich nachkommen." Der Polizei ist der Fall bisher nicht bekannt, auch dürfte es sich hierbei nicht um eine neue Trickbetrugsmasche handeln.