Der private Verkauf von Hundewelpen ist illegal. Trotzdem finden sich immer wieder Käufer, die Jungtiere über das Internet "bestellen" und neben dem Tierleid auch die Einschleppung von Seuchen in Kauf nehmen. Dagegen kämpft die Wiener Tierschutzstadträtin Ulli Sima mit Hilfe von Tierschützern, Tierärzten und Polizisten. Ein neues Animationsvideo klärt auf, wieso man Tiere nicht online "bestellen" sollte.
Der private Verkauf von Hundewelpen ist illegal. Trotzdem finden sich immer wieder Käufer, die Jungtiere über das Internet "bestellen" und neben dem Tierleid auch die Einschleppung von Seuchen in Kauf nehmen. Dagegen kämpft die Wiener Tierschutzstadträtin Ulli Sima mit Hilfe von Tierschützern, Tierärzten und Polizisten. Ein neues Animationsvideo klärt auf, wieso man Tiere nicht online "bestellen" sollte.
Das Risiko beim Internet-Kauf von Welpen ist besonders groß. "Es handelt sich oft um kranke Tiere, die viel zu jung von der Mutter getrennt, ungeimpft und traumatisiert über weite Distanzen importiert werden", warnt Sima gerade vor Weihnachten vor unüberlegten Käufen. "Tiere sind kein Geschenk, sondern Freunde fürs Leben. Eine Anschaffung muss wohl überlegt sein", unterstreicht Sima.
Sieben von zehn Welpen sterben im ersten Jahr. Grund dafür sind oft schwere Erkrankungen der Vierbeiner, die bei uns beinahe ausgestorben sind. Dazu gehören etwa Staupe und Leberentzündung. Vor dieser Gefahr warnt auch ein neues animiertes Video, dass die illegalen Tierimporte mit dem kranken Welpen "Stoffl" beleuchtet. Außerdem können die Tiere Tollwut auf andere Tiere und Menschen übertragen. 2014 gab es in Österreich zwar keinen Tollwutfall. Aus Russland, Ukraine und Georgien wurden 595 Fälle gemeldet, aus der Türkei 323.
Im letzten Jahr haben die Stadt Wien und die Polizei vielen Händlern das Handwerk gelegt. Der Großteil der illegalen Händler tummelt sich im Internet und wir haben natürlich hier angesetzt und auch hier Erfolge erzielt", so Tierschutzstadträtin Ulli Sima.
Welpenhändler durch Scheinkäufe überführt
Eine Studie der Tierschutzombudstelle Wien hat zahlreiche Websites auf illegale Inserate durchforstet und Scheinkäuf vereinbart. Illegale Hundewelpen-Inserate wurden an ausgewählte Portalbetreiber gemeldet, danach wurde in mehreren Nachkontrollen erhoben, ob die gemeldeten Inserate gelöscht werden.
Die Online-Plattform BAZAR.at verzichtet seit Sommer 2014 auf private Tierinserate und geht mit guten Beispiel voran. Als einzige Seite klärte sie Besucher auf der Eingabemaske auf, das private Tierinserate dem Gesetz widersprechen.
Löschaktivitäten der Portale verbessert
Stark verbessert hat sich laut Studie die Löschaktivität bei bazos.at. Bei willhaben.at und tiere.at sei kein System erkennbar. Mal würden gemeldete Inserate gelöscht, mal nicht. Bei tieranzeigen.at sei nun erstmals eine Verbesserung der Reaktion auf die Meldungen festzustellen, die Löschquote vergleichbar mit jener von tiere.at und willhaben.at.
Aufgrund der vielen Anzeigen ist die Zahl der Welpeninserate von Mitte Juni bis Anfang November auf drei von vier auswertbaren Plattformen zurückgegangen: bei willhaben.at um die Hälfte, bei tieranzeigen.at um 42 Prozent und bei tiere.at um ein Drittel. Bei bazos.at zeigt die Zahl der Welpeninserate keine abnehmende Tendenz. Auf Kijiji.at und Tierzanzeigen.at ist hingegen eine Häufung an unseriösen Inseraten zu finden.
Strengere Veterinär-Regeln
Sollen Tiere Landesgrenzen überqueren, brauchen sie ab nächstem Jahr einen EU-Heimtierausweis. Diese Papiere seien im Fall von online erworbenen Hunden allerdings oft gefälscht, erklärte Ruth Jily, Leiterin der Magistratsabteilung 60, die sich um Veterinärsangelegenheiten bemüht. Deshalb müssen Tierärzte im Jahr 2015 nicht nur Aufzeichnungen über die Ausstellung von Ausweisen führen, die Informationen wie etwa zu Impfungen müssen nach der Eintragung auch laminiert werden.