Swinger-Schiff soll bald nicht mehr in See stechen

Bild: EinKonstanzer/Wikipedia
Am deutschen und schweizerischen Ufer des Bodensees gehen wegen einer Swinger-Party auf dem Motorschiff (MS) Schwaben derzeit die Wogen hoch. Für die Partyfahrt am 30. August 2014, angeboten unter dem Namen "Das Schiff", haben sich laut Medienberichten bereits 600 Swinger angemeldet. Politiker aus Baden-Württemberg und dem Kanton Thurgau wollen das erotische Treiben nun verbieten.
Am deutschen und schweizerischen Ufer des Bodensees gehen wegen einer Swinger-Party auf dem Motorschiff (MS) Schwaben derzeit die Wogen hoch. Für die Partyfahrt am 30. August 2014, angeboten unter dem Namen "Das Schiff", haben sich laut Medienberichten bereits 600 Swinger angemeldet. Politiker aus Baden-Württemberg und dem Kanton Thurgau wollen das erotische Treiben nun verbieten.

Schon zum vierten Mal soll die gecharterte MS Schwaben der Bodensee-Schifffahrtsbetriebe GmbH (BSB) in diesem Sommer mit den in Lack und Leder gekleideten Fahrgästen von Friedrichshafen (Baden-Württemberg) nach Romanshorn (Kanton Thurgau) fahren. Angeboten werden ein Whirlpool, Bodypainting und Massagen, Musik sowie ein Spezialdeck für das sexuelle Vergnügen.

Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt will als Vorsitzender des Beirats der BSB nun den Vertrag mit dem Veranstalter überprüfen. Ob sich die Party heuer bereits verhindern lässt, ist noch offen, spätestens nach dieser wird aber Schluss sein. Es gehe dabei nicht um sexuelle Intoleranz oder Prüderie, so Burchardt in einer Mitteilung.

"Imageschädigend für Unbeteiligte"

"Es geht einzig um die Frage, ob die BSB Schiffe für kommerzielle Sex-Veranstaltungen verchartert und ob man dieses tatsächlich zum Geschäftsmodell eines der größten Touristikanbieters in Baden-Württemberg erklären will", so der Oberbürgermeister. Das lehne er klar ab. Auch auf Schweizer Seite wären Politiker froh über eine Absage.

David H. Bon, Stadtammann von Romanshorn (Thurgau), erklärte gegenüber der "Thurgauer Zeitung", er wolle als liberaler Politiker anderen Leuten nicht vorschreiben, was diese in ihrer Freizeit machen dürften. Wenn aber ein solcher Anlass auf einem Schiff der öffentlichen Hand und in öffentlichen Häfen stattfinde, sei dies nicht in Ordnung. Für ihn sei unerklärlich, wie die Party in den vergangenen Jahren bewilligt werden konnte. "Dies ist imageschädigend für Unbeteiligte und sollte auf Schiffen der öffentlichen Schifffahrt grundsätzlich verboten werden", so Bon.

"Wir tun nichts Illegales"  

Der Veranstalter sah gegenüber der Pendlerzeitung "20 Minuten" dagegen keinen Grund, die Party abzusagen. Bisher habe "Das Schiff" niemanden gestört. "Wir tun nichts Illegales, aber jetzt werden wir wie Kriminelle behandelt", so Organisator Thomas Weiss. Er warf den Politikern vor, vom Swingen keine Ahnung zu haben. Nur rund 20 Prozent der Passagiere hätten Sex während der Party.
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