USA

Syphilis-Fälle bei Babys steigen massiv an

Die Syphilis-Fälle bei Neugeborenen haben sich laut Gesundheitsbehörde CDC in den USA verzehnfacht. 90 Prozent hätten vermieden werden können.

Heute Life
Syphilis-Fälle bei Babys steigen massiv an
Syphilis tritt bei Säuglingen auf, wenn die Mutter selbst infiziert ist und die Krankheit bei ihr nicht behandelt wird. (Symbolbild)
Jiang Keqing Xinhua / Eyevine / picturedesk.com

Die Zahl der Syphilis-Fälle in den USA habe "ein herzzerreißend hohes Niveau erreicht", erklärte Debra Houry von der US-Gesundheitsbehörde CDC am Dienstag. Mehr als 3.700 Babys kamen demnach im vergangenen Jahr in den USA mit Syphilis auf die Welt. Das seien mehr als zehnmal so viele wie zehn Jahre zuvor.

Betont wurde auch, dass man 90 Prozent der Fälle durch Test und Behandlungen der Mutter während der Schwangerschaft vermeiden hätte können.

Schwere Spätfolgen

Syphilis tritt bei Säuglingen auf, wenn die Mutter infiziert ist und die Krankheit bei ihr nicht behandelt wird. Bei Schwangeren kann die sexuell übertragbare Krankheit zu Fehlgeburten, bei ihren Kindern zu Spätfolgen wie Blindheit und Taubheit oder Knochenfehlbildungen führen.

Die Gesundheitsbehörde rief Mediziner auf, jede Gelegenheit zu nutzen, um Schwangere auf Syphilis zu untersuchen - beispielsweise auch bei Behandlungen im Rahmen eines Notfalls oder in Hilfsprogrammen für Drogenkonsumenten. Betroffen seien alle Altersgruppen.

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    Getty Images/Westend61

    Chlamydien und Gonorrhoe in Österreich

    Insgesamt gebe es in dem Land eine wahre Epidemie sexuell übertragbarer Krankheiten. Doch auch in Europa befinden sich Geschlechtskrankheiten mit 17 Millionen gemeldeten Fällen im Jahr 2019 auf einem Rekordhoch.

    So stieg in den Jahren zwischen 2010 und 2019 die Zahl der Syphilis-Fälle bei den 15- bis 49-Jährigen in Europa um 87 Prozent an, wie einer Artikelserie im Fachjournal "The Lancet Regional Health – Europe" zu entnehmen ist. Im selben Zeitraum wurden fast doppelt so viele HIV-Diagnosen neu gestellt wie in den Jahrzehnten davor, sodass derzeit rund 1,5 Millionen Betroffene vermeldet werden.

    Alarmierend auch der europaweite Anstieg an Chlamydien und Gonorrhoe ("Tripper") sowie das Auftreten von Infektionen, die zuvor nicht mit primär sexueller Übertragung in Verbindung gebracht wurden (z. B. Hepatitis B oder Shigellose). Österreich liegt ebenfalls in diesem bedenklichen Trend und fällt besonders durch Höchstwerte bei Gonorrhoe und Chlamydien-Infektionen auf, so Georg Stary und Katja Knapp von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien, die an der Artikelserie mitgewirkt haben.

    red
    Akt.