Syrien-Reise verhindert: "Schülerinnen sind Opfer"

Bild: Reuters

Am Samstag sind zwei Wiener Schülerinnen im Alter von 14 und 15 Jahren auf dem Weg nach Syrien gestoppt worden. Ein drittes Mädchen wollte in Graz dazustoßen. Ihre Mutter verhinderte, dass die Jugendlichen in das Flugzeug stiegen. Die Schülerinnen sind zurück bei ihren Familien, sie sind laut Innenministerium an falsche Freunde geraten und mit falschen Versprechungen gelockt worden. Anfang April waren die Wienerinnen Sabina S. und Samra K. nach Syrien gereist. Zuletzt gab es Aufregung um Austro-Jihadisten Firas H. und die Wiener Moschee.

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Die beiden Jugendlichen dürften in Österreich geboren sein. Wie das Innenministerium bestätigte, waren sie in Wien von ihren Eltern als abgängig gemeldet worden. Eines der beiden Mädchen stamme aus einer muslimischen Familie, die andere sei eine Konvertitin, sagte Innenministeriums-Sprecher Alexander Marakovits. Diese habe innerhalb weniger Wochen einen Verwandlungsprozess durchlaufen und trage jetzt eine Burka.

Mutter von Freundin schlug Alarm

In Graz sollte eine Freundin des Duos hinzustoßen. Die Mutter schöpfte laut "Kronen Zeitung" aufgrund der Verschleierung der anderen Mädchen und der verdächtig großen Menge Gepäck Verdacht und verständigte die Polizei. Somit konnte sie die Abreise in letzter Sekunde verhindern.

Den Beamten gegenüber gaben die beiden Wienerinnen an, in den Irak oder nach Syrien zu wollen, denn in Österreich gefalle es ihnen nicht. Ob auch das Grazer Mädchen ausreisen wollte, ist unklar. Mittlerweile sind sie zurück bei ihren Familien in Wien. Derzeit ermittle man zu Kontaktleuten in Syrien, möglichen Hintermännern und weiteren betroffenen Mädchen.

"Mit falschen Versprechungen" gelockt

Das Innenministerium betrachtet die Mädchen nicht als Kriminelle, stellte Marakovits klar. "Für uns sind das Opfer, die in den falschen Freundeskreis geraten sind". Die Mädchen seien "mit falschen Versprechungen" in das Bürgerkriegsland Syrien gelockt worden. "Ihnen wird das Paradies versprochen, mit Fotos von Stränden und schönen Häusern." Sie seien zu unterscheiden von Personen, "die die Absicht haben, terroristische Handlungen zu setzen", unterstrich der Sprecher.

Allgemein habe die Polizei das Personal auf Flughäfen sensibilisiert, bei Abflügen von Minderjährigen in die Türkei ganz genau hinzuschauen. Die Zahl von Mädchen, die bereits an der Ausreise nach Syrien gehindert worden seien, liege im niedrigen zweistelligen Bereich.

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