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Syrien: USA haben "Grenze überschritten"

Nach dem US-Raketenangriff auf eine syrische Luftwaffenbasis haben Assads Verbündete die Amerikaner vor einem erneuten Eingreifen gewarnt.

Heute Redaktion
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Das Militärbündnis auf Seiten des syrischen Machthabers Bashar al-Assad, bestehend aus Russland, Iran und Milizverbänden, hat Berichten zufolge am Sonntag den US-Raketenschlag gegen eine syrische Luftwaffenbasis scharf verurteilt und gleichzeitig den USA mit militärischer Vergeltung gedroht.

Die USA hatten am Freitag Dutzende Marschflugkörper auf einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe abgefeuert, von dem aus vergangene Woche der verheerende Giftgasangriff gegen die Stadt Chan Schaichun durchgeführt worden sein soll.

"Die Rote Linie überschritten"

Für Assads Verbündete seien die Vereinigten Staaten mit diesem Raketenschlag zu weit gegangen. Das US-Militär hätte "die rote Linie überschritten" und man würde ab jetzt auf jede weitere Aggression militärisch reagieren und auch die Unterstützung für Assad verstärken.

"Die Aggression die Amerika in Syrien gezeigt hat, überschreitet Grenzen. Von jetzt an, werden wir mit aller Macht gegen jeden Angreifer vorgehen, wer auch immer es sein sollte, und Amerika weißt genau, dass wir dazu fähig sind", heißt es in einem Statement, das das Militärbündnis veröffentlicht haben soll. Obwohl bisher mehrere internationale Medien darüber berichtet haben, gab es bislang keine Bestätigung dieser Meldung über die offiziellen Informationskanäle der betreffenden Staaten.

Konflikt kann nur diplomatisch gelöst werden

Die Gefahr, dass der syrische Bürgerkrieg zu einem internationalen Geplänkel wird, sei durchaus real, so die Journalistin und Nahostexpertin Antonia Rados gegenüber der deutschen "Bild"-Zeitung am Montag und warnte: "Wir haben erstmals die große Gefahr, dass es einen offenen Stellvertreter-Krieg geben könnte, in den alle hineingezogen werden".

Alles hänge davon ab, wie Putin reagieren würde. Aber für Rados steht auch fest: Putin wird alles tun um den Machterhalt Assads und damit die syrisch-russische Allianz zu retten. Syrien sei der letzte Stützpunkt für Russland in dieser Region.

Genau da müssen nach Meinung der Expertin die Verhandlungen ansetzten. Es müsse Ziel der westlichen Mächte sein, Russland zu einer Abkehr vom Assad-Regime zu bewegen.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) machte am Sonntagabend in einer "ZDF"-Sendung ebenfalls klar, dass es keine Lösung auf militärischer Ebene geben könne. "Damit eskaliert der Konflikt. Es werden mehr Menschen sterben und wir zwingen quasi die Russen in die Solidarität zu Assad." (rcp)