System-Blackout stört Flugverkehr in Europa

(Symbolbild) Alles steht: Das Flugkontrollsystem Eurocontrol ist ausgefallen.
(Symbolbild) Alles steht: Das Flugkontrollsystem Eurocontrol ist ausgefallen.Bild: Helmut Graf
Durch einen Ausfall im Computersystem der europäischen Luftfahrtaufsicht Eurocontrol haben sich Zehntausende Flüge in ganz Europa verspätet.

Der Ausfall eines zentralen Computersystems der europäischen Luftfahrtaufsicht Eurocontol hat am Dienstag zu Störungen im europäischen Flugverkehr geführt. Rund die Hälfte aller Flüge in Europa sei dadurch verspätet. "So etwas hatten wir noch nie", sagte eine Eurocontrol-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP.

Wie die Organisation in Brüssel mitteilte, war ein System zum Datenaustausch und zur Koordinierung von Flugplänen betroffen. "Schätzungsweise die Hälfte" der geplanten 29.500 Flüge in Europa könnten durch den "Systemausfall" am Dienstag verspätet sein. Wegen des Ausfalls würden "Notfallverfahren" genutzt, erklärte Eurocontrol in einer ersten Mitteilung am Nachmittag. Dadurch reduziere sich "die Kapazität des europäischen Netzwerks um schätzungsweise zehn Prozent".

Österreichischer Flugverkehr kaum betroffen

Wie der Sprecher der österreichischen Luftsicherheitsbehörde Austrocontrol, Markus Pohanka, gegenüber "heute.at" sagte, ist der österreichische Flugverkehr davon allerdings kaum betroffen. Die Flüge in Österreich und Wien-Schwechat im Speziellen seien "weitgehend verzögerungsfrei" geblieben. Bei einzelnen Flügen gab es zwar Verspätungen, "da der Fehler im System der Eurocontrol inzwischen identifiziert ist, gehen wir nicht davon aus, dass es noch zu größeren Verzögerungen bei österreichischen Flügen kommt", so Pohanka.

Sicherheit gewährleistet

Betroffen von der Panne war demnach das Enhanced Tactical Flow Management System (ETFMS). Durch dieses werden Flüge und Kapazitäten innerhalb des europäischen Luftraums koordiniert. "Die Flugsicherung direkt ist nicht betroffen und es gibt keine Auswirkungen auf die Sicherheit", erklärte Eurocontrol.

Wenig später hieß es in einer weiteren Erklärung, das Problem sei identifiziert. Demnach gingen durch die Panne alle Flugpläne verloren, die vor 12.26 Uhr (MESZ) in das System eingegeben wurden.

Eurocontrol forderte die Fluggesellschaften auf, die Flugpläne erneut in das System einzugeben. Die Organisation rechnete aber erst am späten Abend damit, dass sich die Lage wieder normalisiert.

(red)

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