Tabak-Schulden: Mordversuch!

Für Staatsanwalt Frederic Artner ist der Fall klar: Weil er ihnen ein Häufchen Tabak schuldete, stürmten Edmond B. (29) und Astrit E. (27) in der Justizanstalt Stein (Bezirk Krems) in die Zelle eines Mithäftlings. Dort stachen sie mit einer Schere auf ihr Opfer (26) ein und verletzten es schwerst. Anklage wegen Mordversuchs.

Der Hauptangeklagte B. erschien in weit geöffnetem weißen Hemd mit einem Rosenkranz umgehängt vor Gericht. Das konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um einen Schwerverbrecher handelt. Wegen Raubes war er zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, die er in Stein absitzt.

Dem Polen Mariusz W. (26), der zu 20 Jahren Haft wegen Raubmordes verurteilt worden war, lieh er etwas Tabak. Als er diesen nach mehrmaliger Aufforderung nicht zurückbekam, wollte er ein Exempel statuieren: Während ein Komplize den anderen Zellengenossen festhielt, soll er W. eine Schere zwei Mal mit voller Wucht in den Rücken gerammt haben.

Die Angeklagten bestreiten die Tat: Vielmehr wären sie von W. attackiert worden. B.: Wegen etwas Tabak bring ich doch niemanden um. Er hat mich angegriffen und gewürgt. Dann hab ich die Schere vom TV-Tisch geschnappt und zugestochen. Medizinische Gutachter wurden beigezogen. Das Urteil stand zu Redaktionsschluss noch aus.

Josef Huber

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