Erst am 4. Juni 2024 gründete die psychologische Beraterin Johanna Kirchknopf die Facebook-Gruppe "Beste Freundin gesucht - Österreich". Die reine Frauen-Gruppe boomt. Mittlerweile zählt sie nach nur über einem Monat bereits mehr als 1.830 Mitglieder. Jeden Tag trudeln zwischen 80 und 100 Anfragen ein. Kirchknopf achtet darauf, dass die Frauen aus ganz Österreich kommen. Ihr Ziel ist es, Freundschaften zwischen Frauen herzustellen.
„Es reicht eine einzige gute Freundin, um das Leben in schlechten Zeiten erträglicher zu machen.“Johanna KirchknopfPsychologische Beraterin (in Ausbildung) und Gründerin der FB-Gruppe "Beste Freundin gesucht - Österreich"
Ausgerechnet in Zeiten von Social Media fühlen sich immer mehr Menschen einsam. Gespräche finden heutzutage mehr am Smartphone als in der realen Welt statt. Das Geschehen in der virtuellen Welt sei allerdings kein Ersatz für echte soziale Kontakte, wie die Gruppen-Gründerin weiß. Bereits bei ihren Kunden bemerkte Kirchnopf, dass sehr viele Menschen einsam sind. "Das Thema Einsamkeit ist sehr Tabu behaftet", meint sie weiter. Ein Posting auf Facebook war schließlich der Auslöser für die Gruppen-Gründung.
Dieses Posting las die Wiener Neustädterin in einem Business-Zirkel. Eine anonyme Frau habe dort geschrieben, dass sie sich furchtbar einsam fühle. Darüber hinaus solle die Unbekannte gefragt haben, wer Interesse an einer Freundschaft hat. In diesem Zusammenhang stellt die heutige Gruppen-Gründerin fest, dass bei gefühlter Einsamkeit sich ganz viele Menschen insbesondere eines fragen: "Was stimmt mit mir nicht?" Das sei der Grund, warum die Suche nach einer besten Freundin so schambehaftet ist.
Dass soziale Kontakte verloren gehen, könne allerdings äußerliche Ursachen wie Sterbefälle oder Umzug haben. Aber auch die Persönlichkeitsentwicklung spiele eine große Rolle, wenn Freundinnen sich voneinander entfernen. Allen voran ändere die Geburt von Kindern bei Frauen die Lebensrealität sowie Prioritäten. Letztlich ändere ein solcher Lebenswandel, das Verhältnis zur Freundschaft. Nicht selten brauche es Mut zum Lösen einer Freundschaft, die einem nicht mehr guttut. Frei nach dem Motto: Besser allein als gemeinsam einsam.
Allerdings beschweren sich bei Kirchknopf angeblich auch immer wieder Männer. Manche fühlen sich ausgegrenzt und empfinden die reine Frauengruppe als diskriminierend. Für Kirchknopf ist als psychologische Beraterin aber klar: Wenn Männer beitreten, würde die Gruppe zu einer Dating-Plattform verkommen. Den Männern stünde es natürlich frei, eine eigene Gruppe zu gründen. Ihre Gruppe bleibt aber Frauen vorbehalten!