Ihren Kokain-Konsum hat eine Tankstellenleiterin in Salzburg mit dem Geld aus der Kasse und aus Spielautomaten finanziert. Laut Anklage entstand dem Arbeitgeber ein Schaden von rund 116.000 Euro im Zeitraum Ende 2010 bis Mai 2014. Die 28-jährige Beschuldigte gestand bei einem Prozess am Montag eine Veruntreuung von rund 100.000 Euro ein und nannte als Hauptmotiv die Finanzierung von Drogen.
Den größten Teil des veruntreuten Geldes habe sie für Kokain ausgegeben, sagte die Angeklagte. Im Jahr 2012 habe sie drei- bis viermal in der Woche zwischen zwei und drei Gramm konsumiert und dafür zwischen 200 und 300 Euro gezahlt. "So ist das Arbeiten leichter gegangen. Durch den Stress - 2012 war das ganz extrem - bin ich auf die schiefe Bahn abgedriftet", schilderte die aus dem Flachgau stammende Salzburgerin.
Im Zeitraum von dreieinhalb Jahren habe sie als Stationsleiterin der Tankstelle circa 2.500 Euro monatlich abgezweigt, rechnete die Vorsitzende des Schöffensenates am Landesgericht Salzburg, Richterin Bettina Maxones-Kurkowski, der Beschuldigten vor. "Das ist schon viel Geld. Das ist noch einmal so viel, wie Sie jetzt verdienen." Seit September hat die 28-Jährige einen Teilzeitjob in einer Trafik.
Veruntreuung durch Umbuchungen verdeckt
Die Angeklagte (Verteidiger: Roman Moser) bekannte sich zu einem abgezweigten Betrag von insgesamt 99.000 Euro aus der Kasse und rund 3.000 Euro aus Spielautomaten der Tankstelle schuldig. Damit der Schwindel nicht auffällt, habe sie die Tageslosung immer erst nach ein paar Tagen bei der Bank eingezahlt. Zweimal habe sie die fehlenden 99.000 Euro 2014 auf Gutscheine gebucht und dann auf Bar zurückgebucht, schilderte die Frau.
Als die Veruntreuung Mitte Mai ans Tageslicht kam, wurde die Angestellte fristlos entlassen. Als Geschädigter trat bei dem Prozess die Doppler Mineralöle Gesellschaft mit Sitz in Wels auf. Ein Urteil steht noch aus.