Ende April hat Österreichs erste Drive-In-Arztpraxis in einer eni-Tankstelle in Wien-Döbling seine Pforten geöffnet. Für 50 Euro berät dort Allgemeinmediziner Dr. Dieter Zakel seine Patienten eine Viertelstunde lang und erledigt den Job eines Hausarztes. Nun setzte es eine Anzeige der Ärztekammer - angeblich wegen Werbsendungen. Zakel vermutet dahinter eine "Retourkutsche".
Ende April hat Österreichs in einer eni-Tankstelle in Wien-Döbling seine Pforten geöffnet. Für 50 Euro berät dort Allgemeinmediziner Dr. Dieter Zakel seine Patienten eine Viertelstunde lang und erledigt den Job eines Hausarztes. Nun setzte es eine Anzeige der Ärztekammer - angeblich wegen Werbsendungen. Zakel vermutet dahinter eine "Retourkutsche".
Die Ärztekammer äußerte sich bereits bei der Eröffnung kritisch - nun wurde Zakel angezeigt. Konkret gehe es um die Werbesendungen von "Dr. Tankstelle", die der Ärztekammer marktschreierisch erscheinen und ein Dorn im Auge sind. Der betroffenen Mediziner sieht die Causa laut "Kurier" als "Retourkutsche": "Die Ärztekammer stört sich an neuen Ideen. Und sie schießt scharf bei neuen Modellen", ist Zakel empört.
Szekeres: Habe nichts gegen Ordination per se
Laut Bericht leitete Wiens Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres die Postwurfsendung an den Disziplinarrat weiter, wo sich ein Richter den Fall ansehen wird. Szekeres betonte gegenüber der APA, dass er nichts gegen Zakels Ordination per se habe, sondern immer ein Verfahren eingeleitet werde, wenn Inserate auffielen.
Bei der Vorladung vor die Disziplinarkommission, die aus einem Richter und zwei Ärzten besteht, soll beurteilt werden, ob zu viel Werbung gemacht wurde. Die Konsequenzen können von einer Ermahnung bis hin zu Geldstrafen oder sogar Berufsverbot reichen. Zakel selbst bleibt ob einer drohenden Strafe aber gelassen.
"Normale Hausarztordination"
Bei seiner acht Quadratmeter großen Ordination handle es sich nun eine "normale Hausarztordination mit einem Raum, der den Vorschriften entspricht", so der Arzt. Sie hat täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet, es ist keine Terminvereinbarung nötig. "Damit wird der Arztbesuch so schnell und unkompliziert wie Volltanken", schmunzelt Tank-Doc Zakel, "nur günstiger". 50 Euro kostet ein 15 Minuten dauernder Besuch.
Der Chef erledigt alle Aufgaben selbst. Die Leute wollen ja mit dem Arzt Kontakt haben" sagte er. "Ich wasche in der Früh auch den Fußboden auf". Die Betreuung umfasst "rasche Diagnosen, Krankschreibungen und die Ausgabe von Rezepten" - er deckt also die Leistungen eines Hausarztes ab.