Welt

Tankstellen-Mord wegen Maske – Prozess hat begonnen

Weil er einen 50-Jährigen Mann auf die allgemeine Maskenpflicht aufmerksam machte, musste ein 20-jähriger Tankstellen-Mitarbeiter sterben. 
Tobias Kurakin
21.03.2022, 19:12

Die Corona-Maßnahmen haben unzähligen Menschen auf der ganzen Welt das Leben gerettet. Sie führten jedoch auch zu einem heimtückischen Mord. Weil er sich von der Maskenpflicht gegängelt sah, schoss ein 50-jähriger Mann einen Tankstellen-Angestellten (20) letztes Jahr ins Gesicht – dieser verstarb folglich, nun hat der Prozess im deutschen Ort Idar-Oberstein begonnen. 

1.300-Seiten-Gutachten verzögert Prozess

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegenüber dem Tatverdächtigen liegen schwer. Auf rund 1.300 Seiten legt die Staatsanwaltschaft da, was den mutmaßlichen Mörder vorgeworfen wird. Er soll unerlaubt zwei Schusswaffen besitzen. Mit einer soll er im vergangenen Jahr die Tat begangen haben, die einem jungen Menschen das Leben kostete. 

Als er vom Tankstellen-Angestellten auf die damals gültige Maskenpflicht hingewiesen wurde, zeigte sich der Mann verärgert und verließ nach einer kurzen Diskussion die Tankstelle. Doch der 50-Jährige kam mit einer Waffe zurück, diskutierte kurz mit dem 20-Jährigen weiter, ehe er ihm aus nächster Nähe ins Gesicht schoss. Bereits bei der Vernehmung hatte der Verdächtige die Tat gestanden. 

Video zum Prozess-Auftakt: 

Vor seiner Tat zog er noch seine Maske herunter, um sein Opfer neuerlich zu provozieren. "Da er wusste, dass er an die verantwortlichen Politiker nicht herankam, beschloss er, ihn zu töten", sagte Staatsanwältin Nicole Frohn zum Prozessauftakt. Mit der Tat habe er ein Zeichen setzen wollen. "Er nutzte den Umstand aus, dass das Opfer nicht mit einem Angriff auf sein Leben rechnete und daher nicht ansatzweise in der Lage war, dem Schuss auszuweichen."

Die Verteidigung des Angeklagten hatte eine Einvernahme von ihm zum Prozessauftakt hinausgezögert. Zuerst wolle man sich die umfassenden Akten, die auch ein 26-seitiges psychologisches Gutachten umfassen, durchlesen und prüfen. Der Mann ließ bei vorherigen Einvernahmen wissen, dass er sich durch die Corona-Maßnahmen zunehmend in die Ecke gedrängt fühlte.  

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