Zwei Männer sind am Dienstag am Landesgericht Feldkirch wegen eines Überfalls auf eine Tankstelle zu jeweils vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.
Der 25-jährige Salzburger und der 27-jährige Deutsche sollen im Vorjahr eine Tankstelle in Lustenau ausgeraubt haben, dabei spielte der Salzburger die Geisel des ausführenden Täters. Der Schöffensenat befand die beiden des Raubes für schuldig.
Zu der Tat kam es in der Nacht auf den 22. August. In den frühen Morgenstunden betrat der 27-Jährige vermummt das Gebäude der Tankstelle. Er hielt dem 25-Jährigen als vermeintlichen Kunden ein Teppichmesser an den Hals und forderte von dem Angestellten Geld. Nach Erhalt von rund 2.000 Euro aus der Kassa flüchtete der Mann zu Fuß. Die Ermittlungen des Landeskriminalamts förderten jedoch rasch zutage, dass die Geiselnahme lediglich gespielt war und es sich bei dem Kunden um einen Komplizen handelte.
Der 25-Jährige gab das bei der Einvernahme auch zu, von der Verwendung eines Messers sei jedoch nie die Rede gewesen. Der 27-Jährige, der als ausführender Täter bis vor kurzem flüchtig war, bestätigte diese Angaben vor Gericht. Nur dass er seinen Mittäter in den Würgegriff nehmen würde, sei vereinbart gewesen, so der Deutsche am Dienstag.
Das Gericht verurteilte den 27-Jährigen zu lediglich vier Jahren Haft, obwohl dieser wegen der Nutzung eines Messers an sich einen mit fünf bis zehn Jahren Haft bedrohten schweren Raub begangen hatte. Wegen seiner bisherigen Unbescholtenheit machte der Senat von der außerordentlichen Strafmilderung Gebrauch und unterschritt die Mindeststrafe. Die mehrfach vorbestrafte falsche Geisel erhielt ebenfalls eine Haftstrafe von vier Jahren.