Tankstellenräuber zu sieben Jahren Haft verurteilt

Weil er im August eine Tankstelle in Graz überfallen und den Tankwart mit einem Messer bedroht hatte, ist ein 23-Jähriger am Donnerstag im Straflandesgericht zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Er erbeutete bei dem Überfall zusammen mit einem noch flüchtigen Komplizen 1.720 Euro und stellte sich einige Stunden nach dem Vorfall selbst.

"Sie liegen ja voll im Trend, derzeit werden dauernd Tankstellen überfallen", meinte Richter Gernot Patzak zum Angeklagten. Der Bosnier musste sich wegen schweren Raubes vor einem Schöffensenat verantworten. Er selbst stellte die Tat eher als unüberlegte, "betrunkene" Geschichte dar, was ihm der Richter nicht glauben wollte.

Zusammen mit einem Landsmann habe er in einem Studentenheim Rum und Wein getrunken, schilderte der Angeklagte. Dann sei die Idee aufgetaucht, die gleich gegenüberliegende Tankstelle zu überfallen, und mit zwei Messern aus der Küche schritten die Burschen zur Tat.

"Das Geld nehmen, wenn ich schon da bin"

"Was wollten Sie in der Tankstelle?", fragte der Richter. "Das Geld nehmen, wenn ich schon da bin", so die Antwort. Der Beschuldigte bedrohte den Tankwart am Hals mit dem Messer und nahm zusammen mit seinem Begleiter das Bargeld, vier Stangen Zigaretten und zwei Flaschen Wodka mit. Von der Beute bekam er nur 600 Euro, die er im Laufe der nächsten Stunden vertrank, bevor er sich dann der Polizei stellte. Vom zweiten Täter fehlt immer noch jede Spur.

"Es tut mir sehr leid, ich habe nicht gewusst, was ich mache, ich konnte mich nicht kontrollieren", gab der 24-Jährige an. Geldnot habe er keine gehabt und somit eigentlich gar kein Motiv. Der Rausch war kein Milderungsgrund, wohl aber das Geständnis. Trotzdem verurteilte der Schöffensenat den Mann zu sieben Jahren Haft. Er kündigte sofort Berufung an, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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