"Taschen leer": Wiener Kultbar muss für immer zusperren

Auch der tschechische Ex-Präsident Vaclav Havel war in den 1990ern nach einem Staatsbesuch zu Gast im "Nachtasyl".
Auch der tschechische Ex-Präsident Vaclav Havel war in den 1990ern nach einem Staatsbesuch zu Gast im "Nachtasyl".Facebook
Nach 34 Jahren schließt das legendäre "Nachtasyl" in Wien-Mariahilf wegen Corona für immer seine Türen.

"Mit großem Bedauern muss ich euch leider mitteilen, dass ich mich dazu entschließen musste, das Nachtasyl für immer zuzusperren", schreibt Besitzer Dan Lestrade, der das Lokal erst im Vorjahr übernommen hatte, auf Facebook. Der Grund für die Schließung des Musiklokals nach 34 Jahren ist schnell gefunden und erklärt: Corona.

Finanzielle und psychische Belastungen

"344 Tage ist es her, dass das letzte mal bei uns gefeiert wurde. Damals konnte noch niemand ahnen, wie die Regierung uns in die Schranken weisen und uns das Arbeiten untersagen wird. Am Ende ist es dann leider doch so gekommen", so Lestrade. Da er davon ausgehe, dass die Nachtgastronomie noch "sehr, sehr lange" geschlossen bleiben wird, wolle er "nicht mehr weitermachen und abwarten", das sei "finanziell gesehen vollkommen unmöglich, von der psychischen Belastung mal ganz abgesehen."

In den letzten Wochen versuchte der Wiener noch, mit Spendenaufrufen über seine sozialen Netzwerke, das Unvermeidbare abzuwenden, doch vergebens. Auch staatliche Unterstützungen blieben größtenteils aus: "Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem die Taschen leer sind."

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