Ein 59 Jahre alter Mann, der am Freitag eine Filiale der Raiffeisenbank in der Sailergasse in der Wiener Innenstadt unter Zuhilfenahme einer Sprengstoffattrappe überfallen hat, ist voll geständig. Als Motiv für den Überfall gab er Geldnot an, berichtete die Landespolizeidirektion in einer Aussendung. Der Mann war kurze Zeit nach dem Überfall in der Toilettenanlage des Kundenzentrums Schloss Schönbrunn festgenommen worden.
Exakt um 13.30 Uhr hatte Peter Z. - maskiert mit einer Baseballkappe und einer darüber getragenen schwarzen Langhaar-Faschingsperücke - das Geldinstitut betreten. Er ging sofort auf eine Bankangestellte zu, zeigte der Frau die Bombenattrappe und forderte Bargeld. Ansonsten würde er die Bombe zur Detonation bringen, drohte der 59-Jährige, der Deutsch mit englischem Akzent sprach.
Die geschockte Angestellte ging zur Kasse und informierte einen weiteren Mitarbeiter über den Überfall. Dieser händigte dem Räuber Geld aus, woraufhin der Mann wortlos die Bank verließ. Mehrere Kunden und Passanten auf der Straße bekamen wegen der auffälligen Maskierung des Mannes den Überfall mit und alarmierten die Polizei, Bankmitarbeiter lösten Alarm aus.
Polizei rasch am Tatort
Laut Polizei waren bereits 30 Sekunden später die ersten zwei Funkstreifen an Ort und Stelle und durchkreuzten so die Fluchtpläne des Räubers. Dieser gab in seiner Vernehmung an, dass er unauffällig in der Menschenmasse untertauchen wollte, wegen der Polizei jedoch panisch die Flucht Richtung U-Bahn-Station Karlsplatz ergriff.
Nach dem Überfall wurde umgehend eine Sofortfahndung eingeleitet und an allen neuralgischen Punkten nach dem 59-Jährigen gesucht. Der Verdächtige wurde bereits bei einem U-Bahn-Abgang gesichtet und vorher bei einer Baustelle im ersten Bezirk. Schließlich konnte er noch bis Schönbrunn fliehen, ehe dort eine Funkstreife den mutmaßlichen Täter identifizieren und Verstärkung anfordern konnte. Die Beamten entdeckten den Mann beim Betreten des Areals im Schloss Schönbrunn.
Mitarbeiter des Landeskriminalamtes und Streifenpolizisten nahmen ihn in den WC-Anlagen des Kundenzentrums Schloss Schönbrunn fest, der 59-Jährige leistete keinen Widerstand. Sowohl die in ihrer Höhe nicht näher genannte Beute, wie auch die Sprengstoffattrappe, die Baseballkappe und die Perücke konnten von der Exekutive sichergestellt werden.