Schockstarre in der Gemeinde Böheimkirchen: Eine Frau (35) löschte mit der Pistole ihrer Mutter (59) die gesamte Familie aus, richtete sich dann selbst. Am Donnerstag fand die Polizei die Leichen.
Schockstarre nach wie vor in der Gemeinde Böheimkirchen: Eine Frau (35) löschte mit der Pistole ihrer Mutter (59) die gesamte Familie aus, richtete sich dann selbst. Am Donnerstag fand die Polizei die sechs Leichen. Heute geht es um die Motivsuche. Die Tat war offenbar geplant.
Bei einer Pressekonferenz am Freitag um 10 Uhr wurden weitere Details bekanntgegeben. Der Bürgermeister von Böheimkirchen sowie die Direktorin der Volksschule traten vor die Presse. Dutzende Journalisten fanden sich ein, auch die internationale Presse war mit Reportern der TV-Sender N24 und RTL aus Deutschland vertreten.
Als erstes ergriff Bürgermeister Johannes Hell (SPÖ) das Wort. Er sagte, dass die Familie kaum am gesellschaftlichen Leben von Böheimkirchen teilgenommen hat. Sie sei im April nach Schildberg gezogen wo sie ein ehemaliges Gasthaus gekauft hatten. In dem Ort herrsche noch immer große Betroffenheit.
Kinder "normal, unauffällig"
Dann sprach die Direktorin. Laut Silvia Riedler seien die Kinder "normal, unauffällig" gewesen. Alle drei waren in der gleichen Schule. Das getötete Mädchen besuchte die 1., ihre beiden Brüder besuchten die 3. und 4. Klasse. Die Kinder im Alter von 7, 9 und 10 Jahren waren "gut integriert", es handelte sich um eine "ganz normale Familie".
Die hinterhältige Lüge der Mutter am Telefon
Die Mutter rief vergangene Woche in der Schule an und gab an, dass die Großmutter gestorben sei. Ihre drei Kinder seien nun sehr traurig und würden ein paar Tage fehlen, so die Täterin. Auch der Hund der Familie wurde getötet.
Ein Krisenteam ist vor Ort und betreut die Kinder in der Schule wie auch die Lehrer. Geleitet wird das Psychologenteam von Dr, Andrea Richter. Vor der Schule wurde eine schwarze Fahne gehisst - als Zeichen der Trauer.
Andrea Richter führte darüber hinaus aus, dass sie und ihr Team auch in den nächsten Wochen im Einsatz sein werden. Im Lauf des Freitags wollen die Ermittler die Öffentlichkeit informieren - wir berichten hier weiter aktuell!
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Laut Ermittlern deutet die Spurenlage auf Martina R. als Täterin hin. Die 35-Jährige galt als Sonderling. Sie dürfte mit der registrierten Walther PKK ihrer Mutter Mathilda R. (59) erst ihre schlafenden Kinder Michelle (7), Fabian (9) und Sebastian (10), dann ihren Bruder Peter und ihre Mama erschossen haben. Schließlich richtete sie sich mit der Pistole selbst. Über Hintergründe des Dramas ist bisher wenig bekannt.
So viel steht bisher fest
Die Familie lebte isoliert im Ort. Die 59-jährige Mathilda war schwer krank, die tatverdächtige Martina R. galt als "Übermutter". Sie brachte ihre Kleinen sogar mit dem Taxi zur Schule oder fuhr selbst im Schulbus mit. Vermutlich hatte die 35-Jährige die Bluttat geplant. Denn vergangene Woche entschuldigte sie ihre Kinder für einige Tage vom Unterricht.
Im Ort kann niemand die Tat fassen. Nachbar Enk ringt weinend um Worte, die kleine Johanna sagt: "Ich kannte die Kinder aus der Schule, sie waren nett." Eine Obduktion wurde angeordnet, die Erhebungen laufen.