Tausende Bürger der ostdeutschen Stadt Dresden wollen am Donnerstag an die Bombardierung der Stadt vor 69 Jahren erinnern und ein Signal gegen Rechts setzen. Ein breites Bündnis aus Politik, Kirchen, Gewerkschaften und Verbänden rief wie schon in den vergangenen Jahren für den späten Nachmittag zu einer Menschenkette durch die Innenstadt auf.
Neonazis versuchen seit Jahren, die Zerstörung Dresdens durch alliierte Bomber am 13. und 14. Februar 1945 für ihre Propaganda zu missbrauchen. Auch in diesem Jahr wird wieder ein Neonazi-Aufmarsch erwartet. Das Bündnis "Dresden nazifrei" rief zu Protesten und Blockaden auf.
Viele Menschen in der Stadt wollen das nicht zulassen und gehen ihrerseits auf die Straße. Am Abend vor dem Jahrestag haben mehr als 1.000 Menschen demonstriert. Ihr Protest richtete sich gegen einen Aufzug von mehr als 350 Rechten.
Neonazis unter Polizeischutz
Die Neonazis waren unter Polizeischutz und mit Fackeln vom Theaterplatz vor der Semperoper durch die Altstadt zum Rathaus marschiert. Die Demonstration war ordnungsgemäß angemeldet worden. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot im Einsatz war, berichtete zunächst von keinerlei Zwischenfällen. Mit Sitzblockaden, Nazis-raus-Rufen und Trillerpfeifen versuchten einzelne Demonstranten, die Neonazis entlang der Wegstrecke aufzuhalten. Polizisten trugen die Blockierer weg.
Die Rechten-Demonstration am Mittwochabend fiel größer aus als von vielen erwartet. Der Veranstalter hatte lediglich 80 bis 100 Teilnehmer angemeldet. Ein größerer Aufmarsch war erst für den Jahrestag der Zerstörung der Stadt an diesem Donnerstag erwartet worden. Diese Kundgebung darf jedoch nicht vor der Frauenkirche, sondern nur in der Nähe des Hauptbahnhofes abgehalten werden.
Etwa 3.000 Polizisten aus ganz Deutschland sollen an diesem Donnerstag in Dresden Zusammenstöße zwischen Neonazis und Gegendemonstranten verhindern und ein friedliches Gedenken ermöglichen.
Dresden war am 13. und 14. Februar 1945 bei Angriffen britischer und amerikanischer Bomber schwer zerstört worden. Bei den Bombardements starben nach neuen Erkenntnissen bis zu 25.000 Menschen. Die Innenstadt wurde bei einem Feuersturm in Schutt und Asche gelegt.