Tausende Tirol-Urlauber wollen jetzt klagen

Ischgl droht eine Klagewelle: 4.500 Urlauber aus verschiedenen europäischen Ländern brachten Beschwerden beim Verbraucherschutzverein ein.

Touristen aus ganz Europa haben sich im Ski-Urlaub in Tirol mit dem Coronavirus infiziert. Beim Verbraucherschutzverein trudelten nun Tausende Beschwerden ein. VSV-Obmann Peter Kolba geht von einem Schadenersatzanspruch von insgesamt über fünf Millionen Euro aus.

Weil die Tiroler Behörden die Sperren von Hotels und Pisten hinausgezögert hätten, haben sich 4.500 Tirol-Urlauber beim Verbraucherschutzverein gemeldet. Der Verein bringe am Dienstag die ersten 50 Fälle als Privatbeteiligtenanschlüsse an das Strafverfahren ein, erklärte VSV-Obmann Peter Kolba.

"Hunderte weitere werden folgen. Damit sollte die Staatsanwaltschaft genug Anhaltungspunkte für Ermittlungen haben", so der Obmann in einer Aussendung. Der Verbraucherschutzverein hatte gegen Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), Landesräte, Bürgermeister und Seilbahngesellschaften eine Anzeige eingebracht.

Großteil der Beschwerden aus Deutschland

Die meisten Beschwerden stammen aus Deutschland, doch auch Touristen aus anderen europäischen Staaten hätten sich gemeldet. Die meisten Fälle, nämlich 76,8 Prozent, betreffen den Wintersportort Ischgl. Der überwiegende Teil der Urlauber reiste am Wochenende des 7. und 8. März an (rund 2.000) und zwischen dem 10. und 14. März (rund 2.700) wieder - "zum Teil überstürzt" - ab.

"Während man in Ischgl immer noch meint, alles richtig gemacht zu haben, liegen rund 40 Personen auf Intensivstationen und drei Personen sind bereits verstorben", kritisiert Kolba.

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