Tauziehen um Wiener Krankentransporte

Runder Tisch zu Krankentransporten findet heute statt.
Runder Tisch zu Krankentransporten findet heute statt.Bild: Rotes Kreuz (Symbolbild)
Nach dem Wirbel um Einsparungen bei Einsatzorganisationen gibt es heute Nachmittag einen Runden Tisch – um die Krise zu entschärfen.

Rund zwei Stunden lang sollte heute, Montag, Nachmittag bei einem Runden Tisch die Situation der Wiener Rettungsorganisationen sondiert werden. Als Krisenmanager suchte Fonds-Soziales-Wien-Chef Peter Hacker das Gespräch. Der Runde Tisch fand in den Räumlichkeiten des Fonds Soziales Wien statt und soll vermitteln.

Aktuelle Lage wird besprochen

Jede der Einsatzorganisationen durfte die aktuelle Lage schildern. Krisenmanager Peter Hacker leitet die Reform des Kranken- und Gesundheitswesens. Seit 14 Uhr berieten sich die Teilnehmer der Geprächsrunde. An einem Tisch mit Hacker saßen Vida-Gewerkschaftschef Helmut Gruber und Gewerkschafter Richard Kocica, Vertreter der Wiener Gebietskrankenkasse, der Chef der Wiener Berufsrettung Rainer Gottwald und sein Vize Jochen Haidvogel - und je ein Vertreter aus Geschäftsführung und Betriebsrat von Rotem Kreuz, Samariterbund, Johanniter und Maltesern.

Bis 16 Uhr waren die Gespräche angesetzt - und gingen in die Verlängerung. "Das Ende des Runden Tisches ist noch nicht absehbar, das Gesprächsklima ist konstruktiv", man wolle "einen Pfad definieren, wie es weitergeht", hieß es vom Fonds Soziales Wien. Kurz nach 19 Uhr dürften die Gespräche zu Ende gegangen sein.

In einer Aussendung betont der Fonds Soziales Wien die Konstruktivität der Gespräche, man habe sich auf einige Themen verständigt. Die Personalausstattung des Wiener Sanitätswesens soll stabilisiert werden.

Zusätzlich zu den bereits vereinbarten mittel- und langfristigen Maßnahmen soll es im August eine Analyse der Bedarfssituation und Kostenstruktur der Wiener Rettungsorganisationen geben. "Wichtig ist, dass das richtige Transportmittel zur richtigen Zeit eingesetzt wird", so Gerhard Ladengruber von der WGKK.

Weniger Bürokratie



Ziemlich schnell soll es mit dem Abbau an unnötiger Bürokratie gehen. Der Aufwand für die Blaulichtorganisationen bei der Bestellung und Abrechnung von Fahrten wird so vereinfacht. Man will sich außerdem mit dem Rettungs- und Krankentransportwesen anderer Millionenstädte vergleichen und daraus lernen.

Weniger Kündigungen

Die Gewerkschaft wird sich außerdem über die deutliche Reduktion der Kündigungen freuen. "Wir setzen große Hoffnung in die Arbeitsgruppen zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze im Wiener Sanitätswesen", sagt Helmut Gruber, Wien-Vorsitzender der Gewerkschaft vida.

Arbeitsgruppen beraten bis zum Herbst

Nachdem die Sanitäter vergangene Woche ihre Bereitschaft zu Protestmaßnahmen angekündigt hatten, hieß es: Handeln. Ebenfalls in der vergangenen Woche hatte die Stadt eine Reform des Rettungs- und Krankentransportwesens in Aussicht gestellt. In Arbeitsgruppen soll bis zum Herbst "die Planbarkeit wieder hergestellt werden", hatte Hacker betont. Geplant ist eine zentrale Leitstelle für alle Krankentransporte und Rettungsdienste. Die Koordination des Transports von Patienten soll über eine Stelle erfolgen.

Hintergrund: Vor kurzem wurden beim Roten Kreuz 35 Sanitäter gekündigt. Ein Grund: Private Fahrtendienste übernehmen häufig die Krankenbeförderung, das Spardiktat gefährde qualifizierte Krankentransporte, schlug die Gewerkschaft Alarm.

Anfang September sollen die Gespräche in gleicher Besetzung weitergeführt werden.

(gem)

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