Drei junge Männer sollen im Mai 2020 einen damals 60-jährigen Taxifahrer krankenhausreif geschlagen haben. Am Montag wurde der Fall am Strafgericht Zug verhandelt. Ein Überwachungsvideo zeigt die Brutalität, mit welcher die zum Zeitpunkt der Tat stark alkoholisierten Jugendlichen handelten. Zwei von ihnen stehen vor Gericht. Gegen den Dritten wurde das Verfahren eingestellt.
Angefangen hatte das Ganze aus Spaß. Die drei sollen sich in jener Nacht betrunken dazu entschieden haben, Taxis nach Gratisfahrten zu fragen. So hielten sie den 60-Jährigen bei der Coop-City-Einfahrt auf der Alpenstraße an, wie die "Luzerner Zeitung" (Bezahlartikel) schreibt. Zwei stiegen in das Taxi, während einer vom Gehweg aus filmte. Kurz darauf sei der Taxifahrer etwas verärgert gewesen. Nach dem Aussteigen öffnete einer der beiden Angeklagten den Kofferraum. Der andere habe ihn wieder geschlossen, um die Situation laut eigener Aussage zu deeskalieren.
Daraufhin sei der Taxifahrer ausgestiegen und habe einen der beiden angegriffen. In der Anklageschrift steht, der Taxifahrer habe ihn "mit beiden Händen forsch im Bereich des Oberkörpers/Kopfes" gepackt, so die "Luzerner Zeitung". In der Folge soll der damals noch Jugendliche ihn mit mehreren Fäusten zu Boden geschlagen haben. Laut Zeugenaussagen soll er den am Boden liegenden Mann weiter geschlagen und gekickt haben, bis er von dem anderen Angeklagten weggezogen worden sei. Schließlich soll er sich nochmal umgedreht und dem am Boden liegenden 60-Jährigen einen letzten Tritt verpasst haben.
Die Staatsanwaltschaft fordert eine Verurteilung wegen versuchter schwerer Körperverletzung und dafür eine Freiheitsstrafe von 40 Monaten und einen Landesverweis von fünf Jahren für den Angeklagten, der den deutschen Pass besitzt. Die Verteidigung des Mannes hingegen spricht von Notwehr und einfacher Körperverletzung und fordert dafür eine Geldstrafe.
Der heute 23-jährige Deutsche zeigte sich vor Gericht geständig und reuig. Er und der andere Angeklagte hatten sich kurz nach der Tat eigenständig der Polizei gestellt. Bei seiner Festnahme habe er sich über den Gesundheitszustand des Taxifahrers erkundigen wollen. "Was passiert ist, belastet mich noch heute. Ich will mich noch einmal bei ihm entschuldigen", sagt er vor Gericht.
Das Urteil wird am Freitag verkündet. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.