Wieder Aufregung im Team Stronach: Der Kärntner Landtagsabgeordnete Siegfried Schalli wurde am Mittwoch aus dem Landtagsklub ausgeschlossen, nachdem er vor Journalisten schwere Vorwürfe gegen Landesrat Gerhard Köfer erhoben hat. Dieser soll unter anderem ein Verhältnis mit seiner Frau angefangen haben. Sein Mandat darf Schalli behalten. Die Partei verliert damit den Klubstatus im Landtag und viel Geld. Schalli wechselt zur FPÖ. Und seine Ehefrau? Die streitet alles ab.
: Der Kärntner Landtagsabgeordnete Siegfried Schalli wurde am Mittwoch aus dem Landtagsklub ausgeschlossen, nachdem er vor Journalisten schwere Vorwürfe gegen Landesrat Gerhard Köfer erhoben hat. Dieser soll unter anderem ein Verhältnis mit seiner Frau angefangen haben. Die Partei verliert damit den Klubstatus im Landtag und viel Geld. Schalli wechselt zur FPÖ. Und seine Ehefrau? Die streitet alles ab.
Der Kärntner Landtagsabgeordnete Siegfried Schalli, der Mittwochvormittag aus dem Landtagsklub des Team Stronach ausgetreten und postwendend aus der Partei ausgeschlossen worden ist, hat am Nachmittag seinen Wechsel in den Klub der FPÖ bekannt gegeben. Zum einen habe er viel Übereinstimmung mit den Positionen der Freiheitlichen gefunden, zum anderen "ist das Leben als wilder Abgeordneter im Landtag nicht leicht", begründete Schalli seine Entscheidung am Mittwoch Nachmittag. Schalli sei als "unabhängiger Mandatar" in den freiheitlichen Klub aufgenommen worden. Der notwendige Umlaufbeschluss sei einstimmig ausgefallen, was wiederum die Bedingung Schallis gewesen sei.
Sex-Streit um Ehefrau
"Herr Köfer hat im Sommer ein Verhältnis mit meiner Frau angefangen", erklärte Schalli zuvor den verblüfften Journalisten bei einer Pressekonferenz. Seine Tochter habe ihm einen Schriftverkehr zwischen seiner Frau und Köfer gegeben. Der Abgeordnete wirft Köfer zudem vor, mit dem Landesrats-Dienstwagen in seiner Dienstzeit zu einem Schäferstündchen nach Villach gefahren zu sein.
Köfer bestritt gegenüber der APA diesen Vorwurf. Er sei an dem besagten Tag bei einem Termin gewesen, was Zeugen auch bestätigen könnten. Köfer erklärte, er hätte kein Verhältnis mit der Frau gehabt. "Ich werde diesen Herrn klagen, ich lasse mir das nicht gefallen."
Ehefrau streitet Verhältnis ab
Am späten Nachmittag ging die Posse weiter: Schallis Noch-Ehefrau Cornelia meldete sich zu Wort und stritt ein Verhältnis mit Köfer ab: Sie habe mit ihm lediglich einen "losen E-Mail-Kontakt" gehabt, ließ Cornelia Schalli über ihre Anwältin wissen. Dieser Kontakt sei jedenfalls kein Grund zur Zerrüttung der Ehe gewesen, hieß es in der Stellungnahme. Schalli hatte am Vormittag erklärt, tags zuvor die Scheidung eingereicht zu haben.
Aussagen über Verurteilung
Schalli erklärte den Journalisten weiters, Köfer habe ihm bei einer Klubsitzung vor zwei Tagen eine rund 18 Jahre zurückliegende Verurteilung vorgehalten. "Da wurde von schwerem Betrug geredet, was überhaupt nicht den Tatsachen entspricht", so Schalli. Es habe sich damals vielmehr um eine arbeitsrechtliche Causa gehandelt, zudem sei die Sache längst verjährt und dürfe ihm daher auch nicht vorgeworfen werden. In diesem Zusammenhang werde er auch rechtliche Schritte gegen Köfer ergreifen.
Da waren´s nur noch 3: Partei verliert Klubstatus
Das Team Stronach verliert durch den Austritt Schallis mit nur mehr drei Abgeordeneten den Klubstatus im Landtag und viel Geld. Bei der Klubförderung sind es rund 76.000 Euro, bei der Parteienförderung etwa 200.000 Euro pro Jahr.
"Intrigen gesponnen"
Team-Stronach-Parteichefin Andrea Krainer warf Schalli wiederum vor, "gegenüber der Bundes- und Landespartei schwerwiegende Angelegenheiten aus der Vergangenheit konsequent verheimlicht" zu haben. Zudem habe er in den vergangenen Wochen parteiintern "systematisch Intrigen gesponnen". Auch Köfer warf Schalli vor, dieser hätte versucht, die Partei zu spalten und habe Lügen verbreitet.
Schalli war nach der Nationalratswahl von Frank Stronach zum Kärntner Parteiobmann ernannt worden und hatte Köfer damit abgelöst. Nach Abspaltungsdrohungen der Kärntner wurde schließlich als Kompromiss Krainer zur Parteichefin gemacht.