Team Stronach holt sich BZÖ-Schenk in Klub

Jetzt also doch: Schon öfter wurde der BZÖ-Abgeordneten Martina Schenk nachgesagt, zum Team Stronach wechseln zu wollen, erst am Montag hat sie das zuletzt dementiert. Am Freitag wurde schließlich bekannt, dass die Frauensprecherin und geschäftsführende Landesobfrau des steirischen BZÖ nun wirklich zur Neo-Partei überläuft.

Damit sichert sich Stronach den Klubstatus.

Grund für ihre Entscheidung seien Intrigen im BZÖ-Steiermark, wie die 40-jährige Steirerin vor Journalisten erklärte.

Es ist nicht das erste Mal, dass die 40-Jährige die Seiten wechselt: Vorm BZÖ werkte sie u.a. als Bundesgeschäftsführerin für die FPÖ. Schenk, die auf der BZÖ-Homepage Jörg Haider als politisches Vorbild angibt, ist schon länger in der Politik tätig. In den 1990er-Jahren war sie Mitarbeiterin im FPÖ-Generalsekretariat mit Schwerpunkt Organisation und Wahlkampfplanung, später im freiheitlichen Parlamentsklub, im Büro von Jörg Haider und in jenem von Susanne Riess-Passer.

Von 2005 bis 2008 war Schenk schließlich Bundesgeschäftsführerin der FPÖ. Vor der Nationalratswahl wechselte sie dann im August 2008 durchaus überraschend zum BZÖ - mit der Begründung, dass sie sich in ihrer alten Partei "ungleich behandelt" gefühlt habe. Seit Oktober 2008 sitzt die Steirerin also für das BZÖ im Nationalrat. Als Frauensprecherin sprach sie sich etwa wiederholt gegen eine gesetzliche Frauenquote aus. Ihr Auftreten im Hohen Haus war von Anfang an selbstbewusst.

Schenk beteuerte: "Ich wechsle nicht"  

Erst Anfang Dezember übernahm sie das steirische BZÖ. Als nun das Team Stronach auf der Suche nach Zuwachs für den Klub war, weil Elisabeth Kaufmann-Bruckberger in die niederösterreichische Landesregierung wechselt, galt Schenk wieder einmal als Kandidatin. Für sie sprach unter anderem, dass das Team Stronach eine Frau suchte, denn mit Kaufmann-Bruckberger fällt ja die einzige weibliche Abgeordnete im Klub weg.

Zuerst wollte Schenk die Gerüchte am Montag nicht kommentieren, kurze Zeit später beteuerte sie: "Ich wechsle nicht." Auch Bündnissprecher Rainer Widmann ging da noch "felsenfest" davon aus, dass kein BZÖ-Mandatar zum Team Stronach wechseln wird - auch Schenk habe ihm versichert, beim BZÖ zu bleiben. Nun kam es doch anders. Getreu ihrem politischen Motto "Geht nicht, gibt‘s nicht, wenn man will, kann man alles erreichen" wechselt sie nun zum Team Stronach.

"Weusd' mei Freund bist"

Schenk, die sich gerne "Weusd' mei Freund bist" von Austria 3 anhört, gilt bei (bisherigen) Weggefährten als selbstbewusst, aber auch launisch - ihre Lieblingspflanze ist laut eigenen Angaben übrigens der Kaktus. Am 28. August 1972 geboren, lebt Schenk im steirischen Semriach, wo sie wohl auch dem einen oder anderen Hobby wie Wandern, Reiten, Schwammerl suchen, Sport und Kino nachgehen kann. Im Fernsehen schaut sie laut eigenen Angaben am liebsten "Bridget Jones" und "Herr der Ringe", als Lieblingsautor nennt sie Paulo Coelho.

Als Grund für ihren Wechsel zum Team Stronach nannte Martina Schenk am Freitag vor Journalisten Intrigen im BZÖ Steiermark. Am Montag hatte sie ein Überlaufen noch dementiert. Montagabend habe es eine Vorstandssitzung des BZÖ Steiermark gegeben, wo sich herausgestellt habe, dass Gerald Grosz und Harald Fischl das Ruder wieder an sich reißen wollen, erklärte Schenk. Danach habe sie viel nachgedacht und sei Mitte der Woche von Team Stronach-Klubchef Robert Lugar kontaktiert worden. Am gestrigen Donnerstag habe sie sich dann zu einem Wechsel entschieden.

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