Team Stronach will weniger Abtreibungen

Das Team Stronach fordert offensivere Maßnahmen im Umgang mit Abtreibungen. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Fristenlösung in Österreich kündigte Gesundheitssprecher Marcus Franz Anträge im Nationalrat an: Er will bessere Beratung, mehr Unterstützung für betroffene Familien am Arbeitsmarkt sowie Zahlen zu Abtreibungen in Österreich.

Marcus Franz hatte Anfang November mit einem denkwürdigen Sager auf sich aufmerksam gemacht. Der Internist nannte kinderlose Frauen amoralisch und sagte gegenüber einer Journalistin:


"40 Jahre Fristenlösung ist für uns ein Anlass zum Nachdenken, was man besser machen kann hinsichtlich der Chance aufs Leben", formulierte Franz seine Motivation. Dabei wolle man keineswegs die bestehende Regelung an sich infrage stellen oder novellieren, sondern damals bereits versprochene Maßnahmen in Angriff nehmen. "Frauen sollen nicht bedrängt werden", so Franz, der eine sachliche und weniger emotionalisierte Debatte will.

Weniger Abtreibungen als Ziel

Ziel des Team Stronach: "Wir wollen eine Reduktion der geschätzten 30.000 bis 60.000 Abtreibungen durch sinnvolle Maßnahmen." Zum einen fordert Franz dafür "exakte Zahlen", wie es sie etwa in Deutschland gebe. Abtreibungskliniken sollten zu diesem Zweck anonymisierte Daten an eine zentrale Stelle liefern. Das würde, so der Abgeordnete, "Motivforschung" erst möglich machen.

Jobs und Waren für Betroffene

Kein Grund für eine Abtreibung soll laut Team Stronach wirtschaftliche Not der betroffenen Eltern sein. So könnte das AMS arbeitslose Jungväter aber auch Mütter künftig "bevorzugt" am Arbeitsmarkt vermitteln. Große Handelsketten sollten zudem überschüssige Babyprodukte günstiger an die Betroffenen abgeben, anstatt diese zu entsorgen. Franz erhofft sich auch eine Änderung der gesellschaftlichen Haltung gegenüber den Betroffenen.

Weiters verlangt Franz bessere medizinische Beratung der betroffenen Frauen: Ärzte sollten verpflichtet werden, zu einer "zweiten Meinung" zu raten. Das Team Stronach erhofft sich breite Unterstützung seines Anliegens durch alle Parteien. Franz: "Wir sehen hier wenig Widerstände und wer sich hier widersetzt, muss das auch gut argumentieren können."

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