Das ehemalige Red-Bull-Mastermind Ralf Rangnick krempelt den heimischen Fußball seit seiner Bestellung zum österreichischen Teamchef im Juni 2022 gewaltig um. Die Leistungen und die Spielweise der A-Nationalmannschaft können sich in seiner bisherigen Ära sehen lassen. Das ÖFB-Team liegt auf EURO-Kurs.
Rangnick denkt aber über seine Agenden mit den besten Profis des Landes hinaus. Der 65-Jährige bietet Österreichs Top-Klubs seine Hilfe an, veranstaltet Camps für Perspektivspieler und hinterfragt auch Systematisches.
So jüngst bei einem Trainerkongress in Bremen. Dort sagte der inzwischen in Österreich wohnhafte Deutsche über die Fußballausbildung von Kindern: "Wenn man bei uns, beim ÖFB, auf die Idee kommen würde, mir zu erklären, dass es bei den Sechs- bis Zwölfjährigen keine Tabellen mehr gibt, keine Ergebnisse zum Schluss und auch nicht aufgelistet wird, wer die Tore geschossen hat, dann kriegt derjenige mit mir ein Problem."
Genau das ist in Österreich aber der Fall. Erst ab 13 Jahren gibt es Tabelle und Ergebnisse für die Nachwuchskicker.
Seit 2012 können Kinder im österreichischen Fußball also nicht mehr verlieren. Der Spaß solle im Vordergrund stehen. Das dürfte dem Teamchef missfallen. Seine kritischen Töne in einer Runde von Fachkollegen wird auch zum heimischen Verband vordringen.
Rangnicks primäres Ziel seien aber ohnehin die Teilnahme an der EM 2024 in Deutschland, an der WM in Nord- und Mittelamerika.