Finale im Prozess gegen zwei Jugendliche nach einem mutmaßlichen Überfall auf einen 17-Jährigen im Juni 2022 im Kremser Stadtpark.
Ein Duo (19, 15) hatte sich im Juni einen 17-Jährigen vorknöpfen wollen. Die beiden Teenager wollten 200 Euro als Wiedergutmachung für die mutmaßliche Belästigung einer Jugendlichen (das Opfer soll eine Bekannte mit Nacktfotos belästigt haben, Anm.). Im Kremser Stadtpark lauerte der Lehrabbrecher (19) sowie der Lehranfänger dem 17-jährigen Opfer auf.
Wegen der Videoanlage verlagerte das Duo die Kommando-Aktion jedoch ins Gebüsch, der 15-Jährige soll ein Messer gezückt haben, das Opfer soll einen Schlag in die Magengrube verpasst bekommen haben. Erst Passanten, die auf den um Hilfe schreienden 17-Jährigen aufmerksam geworden waren, riefen die Polizei.
Am ersten Prozesstag, am 22. August 2022, war spontan ein Lokalaugenschein beschlossen worden. Die Richterin ging mit zahlreichen Jugendlichen als Zeugen, den Angeklagten sowie Beamten zum Tatort im Stadtpark. Nur: Wirklich erinnern konnte oder wollte sich keiner der jungen Zeugen so wirklich.
Das angeklagte Duo gestand zwar einen Nötigungsversuch, nicht jedoch den Raubversuch. Nach dem Lokalaugenschein setzte es am zweiten Prozesstag im Oktober schließlich 30 Monate teilbedingte Haft wegen versuchten, schweren Raubes für den 19-jährigen Waldviertler - sechs Monate muss er absitzen.
Der jüngere Bursche aus Krems kam mit 20 Monaten teilbedingt davon, er muss drei Monate ins Gefängnis. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, somit gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.