Teenager-Bande drohte Zeugen mit dem Umbringen

Unter Polizeischutz wurden zwei Zeugen zum Prozess nach Korneuburg geführt. Denn drei junge Männer hatten die Zeugen mit dem Tod bedroht.

Mit unfassbarer Dreistigkeit und Gewalt war eine Bande vorgegangen: Ein Kosovare (17) war wegen Suchtgiftdelikten angezeigt worden und verpasste gemeinsam mit zwei Komplizen dem Anzeiger Ende Oktober eine ordentliche Abreibung in Leobendorf (Korneuburg). Der 17-Jährige sowie ein Bosnier (16) und ein Armenier (19) verprügelten das Opfer, demolierten dessen Auto und wurden dabei von zwei unbeteiligten Männern gesehen.

Die beiden Zeugen zeigten die Racheaktion an, in der Folge wurden die beiden Belastungszeugen mehrmals mit dem Tod bedroht (Anm.: vom Kosovaren selbst und durch Dritte), falls sie wahrheitsgemäß aussagen sollten (Anm.: die beiden Zeugen standen im zugestellten Strafantrag). Aber die bedrohten Zeugen gingen erneut zur Polizei.

Polizei-Eskorte

Letzte Woche kam es schließlich zur Verhandlung am Landesgericht Korneuburg: Der verprügelte Zeuge erschien nicht, bei ihm hatten die Drohungen Wirkung gezeigt. Die beiden anderen Zeugen wurden von der Polizei zu Gericht gebracht und anschließend wieder nach Hause. Beim Prozess bestritten der 16-Jährige und der 19-Jährige anfangs sogar, überhaupt dabei gewesen zu sein. Erst nach Beratung mit den Anwälten zeigte sich das angeklagte Trio doch geständig. Die Urteile: Sechs Monate bedingte Haft für den Kosovaren, zwei Monate bedingte Haft für den Bosnier, drei Monate bedingt für den Armenier. Die Urteile sind bereits rechtskräftig.

Staatsanwältin Doris Demler fand für den 17-jährigen Erstangeklagten zum Schluss noch deutliche Worte: "Sollten Sie die Zeugen weiterhin entweder selbst oder durch Dritte bedrohen, können Sie sicher sein, dass Sie in Untersuchungshaft genommen werden." (Lie)

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