Ein riskanter Ausflug zweier Teenager endete Mitte Februar in Bregenz mit einem Totalschaden, einer Anzeige und einer zerstörten Freundschaft. Ein 15-Jähriger soll gemeinsam mit einem 14-jährigen Begleiter unerlaubt mit einem fremden Auto unterwegs gewesen sein.
Gegen 15.20 Uhr verlor der Jugendliche in einer Kurve der Wuhrwaldstraße die Kontrolle über den Wagen und krachte gegen einen Zaun. Durch die Wucht des Aufpralls wurden sowohl das Fahrzeug als auch die Umzäunung schwer beschädigt. Anschließend flüchteten die beiden Jugendlichen vom Unfallort.
Um den Unfall zu vertuschen, meldete der 15-Jährige das Fahrzeug später bei der Polizei sogar als gestohlen. Die Ermittlungen brachten jedoch schnell ans Licht, dass er den Hyundai Kona unbefugt in Betrieb genommen hatte. Das Auto gehörte einer Bekannten seiner Mutter. Beide Minderjährigen wurden bei der Bezirkshauptmannschaft sowie der Staatsanwaltschaft angezeigt. Verletzt wurde bei dem Unfall glücklicherweise niemand.
Für Fahrzeugbesitzerin Nicole (48) begann nach dem Crash jedoch ein monatelanger Albtraum. "Der Hyundai war vor dem Unfall noch in einem sehr guten Zustand", erzählt die Vorarlbergerin im "Heute"-Talk. Rund 28.000 Euro hatte sie für den Kleinwagen bezahlt.
Nach dem Unfall stand jedoch fest: Der Hyundai Kona war ein wirtschaftlicher Totalschaden. Eine Reparatur hätte sich nicht mehr gelohnt. Schweren Herzens verkaufte sie das Unfallauto für nur noch 5.000 Euro an einen Exporthändler.
"Mit dem Geld bekomme ich aber kein ordentliches Auto mehr. Ich brauche mein Auto für die Arbeit und auch aus gesundheitlichen Gründen. Eine Kilometerleiche kommt für mich wegen der hohen Instandhaltungskosten nicht infrage", sagt Nicole.
Nach dem Unfall suchte die 48-Jährige zunächst das Gespräch mit der Mutter des Jugendlichen. Immerhin galten die beiden Frauen zuvor als beste Freundinnen. Doch die Freundschaft hielt dem Druck nicht stand und zerbrach letztendlich. "Bis heute habe ich von ihr keinen Cent für den Totalschaden gesehen, den ihr Sohn verursacht hat. Und die Eltern des 14-Jährigen haben sich nicht einmal entschuldigt", zeigt sich Nicole enttäuscht.
Das Verfahren gegen die beiden Jugendlichen ist derzeit noch nicht gänzlich abgeschlossen. Nicole befürchtet jedoch, auf einem Großteil des Schadens sitzenzubleiben. "Die Burschen haben als Strafe 40 Sozialstunden bekommen. Das ist doch ein Witz", zeigt sie sich schockiert. Einsicht erkenne sie beim 15-Jährigen bis heute nicht: "Der fährt immer noch mit dem Traktor herum."
Gemeinsam mit ihrem Anwalt kämpft die Vorarlbergerin nun um Schadenersatz. Sie hofft, zumindest 16.000 Euro von den Eltern der beiden Jugendlichen zugesprochen zu bekommen, um sich wieder einen guten Gebrauchtenwagen kaufen zu können.