Nun vor Gericht

Teenies erpressten in Wien Schutzgeld von Mitschülern

Drei Burschen sollen in einer Mittelschule Schutzgeld von Kindern verlangt haben, zwei einen Raub am Reumannplatz verübt haben.

Wien Heute
Teenies erpressten in Wien Schutzgeld von Mitschülern
Auch Schülerinnen wurden angeblich von "Schutzgeld Teenies" misshandelt.
Grabowsky, Ute/SZ-Photo/picturedesk.com

"Wenn du mir jede Woche zwei Euro gibst, verteidige ich dich und schlage dich nicht": Auf diese Weise wurden angeblich Jugendliche ab Herbst 2021 in der Klasse einer Mittelschule in Wien-Landstraße erpresst. "Sie beleidigten mich und machten Witze, dann haben sie mich geschlagen", erzählt ein Schüler. Wer nicht bezahlte, wurde gequält und schikaniert. Das Martyrium dauerte rund 1,5 Jahre an. Im Mai 2023 wurden die Burschen suspendiert.

Zwei Buben in U-Haft

Nun mussten sich insgesamt fünf Burschen aus Somalia, Afghanistan und Syrien am Donnerstag (4.4.) vor Gericht verantworten. Drei von ihnen (15, 15, 16 Jahre) sollen Schutzgeld von ihren Klassenkollegen erpresst haben. Die anderen beiden (14 und 15 Jahre) – sie gingen nicht an dieselbe Schule waren aber eng mit den anderen drei befreundet – sollen für einen Raub am Reumannplatz verantwortlich sein. 

Videos auf TikTok gestellt

Was in dem Prozess ans Tageslicht kam, schockierte. "Es hat Schläge in den Nacken gegeben, Ohrenziehen, bis es kracht, Schläge mit Fäusten auf die Arme", berichtete die Schuldirektorin. Auch Mädchen wurden geschlagen und sexuell belästigt, etwa indem die Burschen sie aufforderten, sich unter anzüglichen Bemerkungen auf ihren Schoß zu setzen oder ihnen in die Hosentaschen zu greifen. Videos der Attacken sollen auf TikTok und Insta gestellt worden sein.

Die beiden 15-Jährigen bekannten sich teilweise schuldig, der 16-Jährige behauptete dagegen, er habe nie jemanden geschlagen oder Geld verlangt. Er wurde jedoch von mehreren Zeugen belastet. Das Verfahren gegen ihn wurde ausgeschieden und wird Anfang Juni separat weiterverhandelt.

Raub am Reumannplatz

Die beiden 15-Jährigen wurden wegen fortgesetzter Gewaltausübung, Raubes, schwerer Körperverletzung und Nötigung zu fünf bzw. sechs Monaten auf Bewährung verurteilt – nicht rechtskräftig. Zudem wurde Bewährungshilfe angeordnet, sie müssen sich auch einer Psychotherapie unterziehen. 

Ein 14-jähriger Syrer (er kann dem Vernehmen nach weder schreiben noch lesen) und ein 15-Jähriger – sie waren beide an dem Raub im Mai 2023 am Reumannplatz beteiligt – erhielten nicht rechtskräftig vier Monate bedingte Haft. Der 15-Jährige soll zudem einen Gleichaltrigen in einem Park brutal zusammengeschlagen und das Video auf TikTok verbreitet haben.

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    picturedesk.com / Screenshot ("Heute"-Collage)

    Auf den Punkt gebracht

    • In Wien stehen fünf Buben vor Gericht, von denen drei beschuldigt werden, Schutzgeld von Mitschülern erpresst zu haben, während zwei weitere wegen eines Raubüberfalls angeklagt sind
    • Die Angeklagten sollen Jugendliche in der Schule erpresst, beschimpft und geschlagen haben, wobei Videos der Angriffe auf sozialen Medien geteilt wurden, während die Lehrer nicht in der Klasse waren
    • Ein Angeklagter, ein 14-jähriger Flüchtling aus Syrien, kann weder lesen noch schreiben und soll an dem Raub beteiligt gewesen sein
    • Die Urteile stehen noch aus
    red
    Akt.